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Diese Party ist der Inbegriff von Tradition in der Stuttgarter Innenstadt. Das Weindorf war über viele Jahre ein letzter Rückzugsort der klassischen Viertelesschlotzer. Die gibt’s dort immer noch, aber erstmals trägt die Veranstaltung, die vom 29. August bis zum 9. September stattfindet,  nachhaltig dem jüngeren Publikum Rechnung.

Die karierte Tischdecke, der Vesperteller und damit die Gemütlichkeit der ländlichen Besenwirtschaft: Einmal im Jahr  hält diese Form der Festivität Einzug in der Stuttgarter Innenstadt. Wo sonst die ­Jugend Party macht, der CSD durch die Straßen brummt, Elektro und Techno gespielt werden, die Nacht auch am Morgen gefeiert wird, sitzen plötzlich ältere Generationen in  Lauben und schlotzen in aller Ruhe ihr Viertele. Das Weindorf war immer ein bisschen auch Vergangenheit. Mit diversen Ausnahmen: Denn die Jüngeren strömten halt auch immer zahlreicher auf dieses Event in der City – und feierten eben im Freien anstatt in der Holzhütte.

Jetzt hat der Veranstalter dieser Entwicklung Rechnung getragen: Dem Fest wurde eine Verjüngungskur verpasst. Bei der diesjährigen Auflage nehmen erstmals 18 Jungwinzer aus der Region teil und bespielen zwei Lauben bei der Alten Kanzlei. Diese Ecke war schon immer ein Treffpunkt des jüngeren Publikums, nun geht das Weindorf konsequent neue Wege. „Ich finde das wirklich klasse“, sagt Christoph Kern, so etwas wie der Antreiber der jungen Winzer, „ansonsten könnten sich viele dieser Betriebe halt nicht auf so einem Fest präsentieren.“

Er selbst hätte die Mittel, denn die elterliche Kellerei Wilhelm Kern gehört zu den ganz großen in der Region, verarbeitet von mehr als 120 Hektar die Trauben von Weinbauern. Dennoch  ist es Christoph Kern  ein persönliches Anliegen, dass in Sachen Wein ein neuer Wind durch die Landeshauptstadt weht. Er hat deshalb eine eigene Linie ins Leben gerufen: Kesselliebe.

Das sagt schon eine Menge, vor allem über seine Motivation. Der Kessel sei mit so viel Negativem wie Baustellen, Feinstaub oder Staus verbunden. Das störe ihn, denn es entspreche nicht seinem Bild von der Stadt. Deshalb verband er das Negative mit dem Positiven – und es entstand die Kesselliebe. „Damit haben wir definitiv den Nerv getroffen“, sagt Christoph Kern, offenbar ging es vielen Stuttgartern ähnlich.

Den Wein gibt’s natürlich auch auf dem Weindorf, wie schon zuvor beim Heusteigviertelfest oder dem Bohnenviertelfest, bei denen die Stuttgarter so gar nicht an Feinstaub oder Stau denken. In den Lauben der Jungwinzer gibt es aber noch mehrere Möglichkeiten, einen jugendlichen Blick auf die Stadt mit dem Wein zu verbinden. Mit Christel Currle, Tilmann ­Ruoff, der Zaißerei oder dem städtischen Weingut sind   auch traditionelle Weingüter vertreten, nun dürfen aber auch die kleineren ran. Jemand wie Fabian Rajtschan zum Beispiel ist in der Stadt eher nicht vertreten. „Wir haben da ansonsten  keine Möglichkeit“, sagt der 31-Jährige, „für uns ist das eine super Gelegenheit.“  An jedem Tag sind abwechselnd sechs junge Winzer am Start, fair aufgeteilt nach ruhigen und lukrativeren Tagen.

Mit von der Partie auf dem Weindorf sind Jochen Eißele, Benedikt und Helen Schmalzried, Moritz Haidle, Michael Maier, Michael Röll und Philipp Laipple von der  Next Generation der Fellbacher Weingärtner,  Max Dinter, ­David Siegloch, Andreas Dobler, Adrian ­Beurer, Daniel Kuhnle, Dennis Keifer und Sebastian  Schiller, ­Johannes Bauerle, Christoph Klopfer, Frank Haller, Fabian Rajtschan, Christoph Kern, Hagen und Claudia Dorn und Benjamin Schütz.

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Christoph Klopfer

Christoph Kern

Andreas Dobler

Max Dinter

Johannes Bauerle

Jochen Eißele

Helen und Benedikt Schmalzried

David Siegloch

Moritz Haidle

Denis Keifer und Sebastian Schiller

Daniel Kuhnle

Michael Maier

Philipp Laipple und Michael Röll

Fabian Rajtschan

Frank Haller