Bild: Gottfried Stoppel

Das Stuttgarter Weindorf verpasst sich eine Verjüngungskur! Erstmals bespielen 18 Jungwinzer bei dem  einst eher beschaulichen Fest zwei Lauben, immer sechs zusammen. Das heißt: Vom 29. August bis zum 9. September weht ein frischer Wind über den Festplatz, auf der Terrasse bei der Alten Kanzlei, der sich in den vergangenen Jahren ohnehin als Flirttreffpunkt herauskristallisiert hat, schenken die Jungwinzer aus. Wir porträtieren für sie die jungen Wilden. Diesmal: Christoph Klopfer vom Weingut Klopfer.

Die einen krempeln den Betrieb komplett um, die anderen machen im renommierten Weingut mit Besonderheiten wie Beton-Fässern oder Orange-Weinen auf sich aufmerksam. Christoph Klopfer ruht einfach in sich. Der 17 Hektar große Betrieb seines Vater in Weinstadt-Großheppach scheint ihm schlicht auf dem richtigen Weg. „Wir wollen den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen – und authentische und charaktervolle Weine herstellen“, sagt Christoph Klopfer. Das Weingut hat in den vergangenen Jahren diverse Preise gewonnen und als Biobetrieb auf sich aufmerksam gemacht, dennoch haut hier niemand auf den Putz. „Wir machen Bio aus Überzeugung, das ist bei uns kein Marketing-Instrument.“

Der junge Mann (28) selbst ist quasi auf dem Weingut aufgewachsen – und früh infiziert worden vom Virus Weinbau. Nach dem Abitur im Jahr 2009 studierte Christoph Klopfer in Neustadt an der Weinstraße den dualen Studiengang Weinbau und Önologie, bei dem Theorie und Praxis stärker verknüpft werden, 2013 schloss er mit Bachelor ab. Den praktischen Teil verbrachte auf dem Weingut Bassermann-Jordan, ein ökologischer Betrieb. Ein Auslandsaufenthalt, der ebenfalls zum Studium gehört, brachte ihn vier Monate nach British Columbia (Kanada), was ihn nicht nur fachlich, sondern auch menschlich weiter gebracht habe. „Das ist einfach ein wunderschöner Flecken Erde mit sehr freundlichen Menschen.“

Für die Zukunft sieht er noch einiges Potenzial. Die Generation seines Vaters habe die Qualität in hiesigen Gefilden auf eine ganz neue Stufe gehoben, die Aufgabe seiner Generation sei es nun, „den Namen der Region noch bekannter in der Welt zu machen“. Wie er da so sitzt und Selbstbewusstsein  ausstrahlt, glaubt man ihm durchaus, dass er dabei ein ordentliches Stück mithelfen kann.

Der Lieblingswein?
Riesling aus dem Cannstatter Zuckerle, da freut sich auch mein Cannstatter Opa. Hier wachsen 50 Jahre alte Rieslingreben auf Muschelkalkboden.

Mit wem würden sie gerne mal ein Glas Wein trinken?
Mit Reinhold Messner.

Wengerter oder Winzer?
Das ist einfach: Wengerter.

 

Auf dem Stuttgarter Weindorf am 29. und 30 August sowie am 8. und 9. September an Stand 17

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