Bild: Gottfried Stoppel

Das Stuttgarter Weindorf verpasst sich eine Verjüngungskur! Erstmals bespielen 18 Jungwinzer bei dem  einst eher beschaulichen Fest zwei Lauben, immer sechs zusammen. Das heißt: Vom 29. August bis zum 9. September weht ein frischer Wind über den Festplatz, auf der Terrasse bei der Alten Kanzlei, der sich in den vergangenen Jahren ohnehin als Flirttreffpunkt herauskristallisiert hat, schenken die Jungwinzer aus. Wir porträtieren für sie die jungen Wilden. Diesmal: Philipp Laipple und Michael Röll von der Next Generation der Fellbacher Weingärtner.

Der Name ist hier Programm – und steht für den Weg der Weingärtnergenossenschaften in die Zukunft. Next Generation bedeutet nicht nur, dass halt die nächste Generation an den Start geht, diese Jungwinzerkooperation heißt: Hey, wir wollen hier ein Wörtchen mitreden, wir bringen uns ein, wir sorgen für ein frisches Image der Kooperative, die mit über 160 Hektar zu den kleineren, aber umso qualitätsorientierten gehört. Genossenschaften sind aktueller denn je, in Fellbach zeigt der Nachwuchs, dass da auch was dran ist.

Siehe Philipp Laipple (30) und Michael Röll (27). Beide sind jung, beide mischen sich ein, beide haben einen komplett unterschiedlichen Lebenslauf. Das ist auch der Reiz der Gruppe, sagt Philipp Laipple, „jeder hat seinen eigenen Blick auf die Sache.“   Und jeder soll mitgenommen werden. Bei einem wie Philipp Laipple kein Wunder, er ist schließlich Vollprofi. Nach dem Abitur machte er seine Winzerlehre bei Bassermann-Jordan und dem Staatsweingut in Weinsberg, danach studierte er in Geisenheim. Er arbeitete zwei Jahre in der Schweiz, war in Teilzeit im Betrieb und hat ihn nun übernommen. Der junge Mann macht in der Genossenschaft vielleicht mal bei Kellerweinproben mit, zu mehr reiche ihm die Zeit gar nicht. Schließlich bearbeite er vier Hektar, da ist genug zu tun.

Auf der anderen Seite ist Michael Röll, der seinem Abitur in Hohenheim Agrartechnik studiert hat. Auch er mischt sich ein, wenngleich er hauptberuflich im Vertrieb tätig ist und nicht als Winzer. Einen halben Hektar bearbeitet er und sagt: „Das ist das schöne an Next Generation, wir sind fachlich auch breit aufgestellt.“ Das Ziel der Gruppe ist es, alle einzubinden, von allen Ideen zu profitieren. Röll: „Es ist wichtig in unserer Branche, dass es keinen Stillstand gibt.“ Genau dafür steht die Next Generation .

Der Lieblingswein? 
Michael Röll: Unser Orange Wine.
Philipp Laipple: Der Riesling Next Generation – ganz unabhängig davon, dass er von uns ist.

Mit wem würden sie gerne mal ein Glas Wein trinken?
Philipp Laipple: Mit Winfried Kretschmann.
Michael Röll: Da brauchen wir aber eine große Flasche.

Winzer oder Wengerter?
Philipp Laipple: Klar, Wengerter, das kommt von Weingärtner und hat was mit der Pflege der Weinberge zu tun.
Michael Röll: Und auswärts es ist immer ein guter Opener für ein Gespräch.

 

Auf dem Stuttgarter Weindorf am 2. und 3. September sowie am 6. und 7. September an Stand 17