Bild: Gottfried Stoppel

Das Stuttgarter Weindorf verpasst sich eine Verjüngungskur! Erstmals bespielen 18 Jungwinzer bei dem  einst eher beschaulichen Fest zwei Lauben, immer sechs zusammen. Das heißt: Vom 29. August bis zum 9. September weht ein frischer Wind über den Festplatz, auf der Terrasse bei der Alten Kanzlei, der sich in den vergangenen Jahren ohnehin als Flirttreffpunkt herauskristallisiert hat, schenken die Jungwinzer aus. Wir porträtieren für sie die jungen Wilden. Diesmal: Helen und Benedikt Schmalzried.

Es gab Zeiten, in denen verband der durchschnittliche Schwabe der Wort Bio eindeutig mit der Bezeichnung Spinner. Das mag fünfzig Jahre her sein, doch bereits damals  scherte sich Herrmann Schmalzried wenig um solches Denken und stellte seinen auf vier Hektar Rebfläche auf biologischen Anbau um, der Pionier war der erste im Land, der auf ökologischen Weinbau setzte. Definitiv ein Vorreiter, heute machen Betriebe damit nicht einmal mehr Werbung, aber der ökologische Anbau setzt sich immer mehr durch. Eine Verpflichtung für Helen und Benedikt Schmalzried, die inzwischen im Betrieb eingestiegen sind. Benedikt gründete zudem noch sein eigenes Weingut.

Für Benedikt war eigentlich auch immer klar, dass er diesen Weg einschlagen würde, seine Schwester hat sich nach dem Abitur schon ein bisschen umgeschaut, aber dann „war mir schnell klar, dass es mir dieses schöne Produkt Wein angetan hat“, sagt Helen Schmalzried. Die Ausstattung hat sich mit der nächsten Generation schon einmal gehörig verändert, Etiketten und so weiter – alles ist moderner. Das wollen die beiden zwar auch beim beim Ausbau machen, aber in erster Linie ginge es darum, unter den strengen Demeter-Richtlinien „einen guten Wein zu machen“. Wobei, sagt Helen Schmalzried, die im Betrieb eher fürs Marketing zuständig ist, diese Bio-Siegel keinesfalls eine Bürde sei: „Wir sehen das als absolute Bereicherung.“

Benedikt Schmalzried hat nach seiner Winzerlehre den Techniker in Veitshöchheim gemacht, war unter anderem zum Praktikum beim Weingut Weninger in Österreich, Helen Schmalzried war in den Vereinigten Staaten zum Praktikum und studierte Weinbau und Önologie in Geisenheim. Derzeit arbeitet sie nebeher noch im Weinfachhandel Wein-Moment an der Hauptstätter Straße in Stuttgart, konzentriert sich auch weiterhin aufs Marketing. Dennoch sei das Studium des Weinbaus enorm wichtig  für sie gewesen. „Marketing ist schon wichtig, aber man muss einfach wissen, wie das Produkt genau entsteht.“

Der Lieblingswein?
Benedikt Schmalzried: Meine Big Ben Rowein-Cuvée.
Helen Schmalzried: Mein Rosé (mit roten Lippen vorne drauf)

Mit wem würden sie gerne mal ein Glas Wein trinken?
Benedikt Schmalzried: Mit dem Film Sideways.
Helen Schmalzried: Mit meinen Brüdern, weil wir uns locker zwei Stunden lang über einen einzigen Wein unterhalten können.

Winzer oder Wengerter?
Benedikt Schmalzried: Mein Vater war schon Winzer.
Helefn Schmalzried: Winzer.

 

Auf dem Stuttgarter Weindorf am 2. und 3. September sowie am 6. und 7. September an Stand 17

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