Bild: Gottfried Stoppel

Das Stuttgarter Weindorf verpasst sich eine Verjüngungskur! Erstmals bespielen 18 Jungwinzer bei dem  einst eher beschaulichen Fest zwei Lauben, immer sechs zusammen. Das heißt: Vom 29. August bis zum 9. September weht ein frischer Wind über den Festplatz, auf der Terrasse bei der Alten Kanzlei, der sich in den vergangenen Jahren ohnehin als Flirttreffpunkt herauskristallisiert hat, schenken die Jungwinzer aus. Wir porträtieren für sie die jungen Wilden. Diesmal: Max Dinter aus Stuttgart.

Es passiert nicht oft, dass man in dieser Branche über einen neuen Namen stolpert: Max Dinter dürften allerdings nicht viele kennen. Sein Weingut ist das jüngste in der Stadt, MaxWein nennt sich das Start Up, wie das neudeutsch so schön heißt. Wobei  Start die Sache nur unzureichend trifft, schließlich war Max Dinter schon als kleiner Junge mit dem Opa im Weinberg in Obertürkheim unterwegs. Und deshalb ist er das, was ein guter Winzer auch sein muss: Ein Überzeugungstäter.

„Draußen schaffen fand ich schon immer gut“, sagt Max Dinter, mit dem Opa im Weinberg zu arbeiten, habe ihm immer Spaß gemacht. Und schon recht früh entdeckte er den weiteren Reiz an dieser Berufung: Dass man hier das Produkte von der Pflanze bis in die Flasche begleitet. Der Opa schaffte im Nebenerwerb, der Enkel wollte schließlich selbst produzieren. Also ging er die Sache. Der heute 27-Jährige machte eine Lehre, unter anderem in Meersburg im Staatsweingut. Stationen bei Adelmann und Bassermann-Jordan folgten – und schließlich die Ausbildung zum Techniker auf der Weinbauschule in  Weinsberg.

Klar ist ihm auch, dass ein Quereinsteiger nicht aus dem Stand in die Selbstständigkeit kommen kann, also fängt der MaxWein einfach klein an. Seit dem vergangenen Jahr produziert  er zusammen mit seiner Frau Sonja die ersten zwei Weine: Einen Riesling und einen Trollinger mit Spätburgunder. Leben kann er davon (noch) nicht, aber genau das ist natürlich das erklärte Ziel: „Irgendwann mit dem eigenen Betrieb auf beiden Beinen stehen“, wie Max Dinter das formuliert. Momentan arbeitet er noch beim Weingut Christel Currle. Dort lernt er sich noch ein bisschen was dazu, wobei er auch schon einiges weitergeben kann. Max Dinter ist in den sozialen Medien schon mal gut unterwegs, zum Beispiel auf Instragram, und er hat es in die Stadt geschafft! Beim Laden Wein-Moment an der Hauptstätter Straße stehen seine Tropfen im Regal. Das ist schon mal ein erster Schritt.

Der Lieblingswein?
Mein Riesling Hand und Fuß, klar. Und der Meersburger Riesling Bengel.

Mit wem würden sie gerne mal ein Glas Wein trinken?
Mit der Familie, mit guten Freunden, mit dem Vater.

Winzer oder Wengerter?
Eigentlich Winzer.  Aber Wengerter ist schon auch schön.

 

Auf dem Stuttgarter Weindorf am 2. und 3. September sowie am 6. und 7. September an Stand 17