Bild: Gottfried Stoppel

Das Stuttgarter Weindorf verpasst sich eine Verjüngungskur! Erstmals bespielen 18 Jungwinzer bei dem  einst eher beschaulichen Fest zwei Lauben, immer sechs zusammen. Das heißt: Vom 29. August bis zum 9. September weht ein frischer Wind über den Festplatz, auf der Terrasse bei der Alten Kanzlei, der sich in den vergangenen Jahren ohnehin als Flirttreffpunkt herauskristallisiert hat, schenken die Jungwinzer aus. Wir porträtieren für sie die jungen Wilden. Diesmal: Michael Maier aus Schwaikheim.

Manche Jungwinzer in der Region legen ein sehr hohes Tempo hin, manche ein höheres. Eine Hochgeschwindigkeitsentwicklung schaffte Michael Maier. Der junge Mann durchlief zunächst die normale Karriere eines ambitionierten Nachwuchs-Wengerters: Nach dem Abitur die Ausbildung (unter anderem bei Rainer Schnaitmann in Fellbach), danach das Studium in Geisenheim und Praktika im Ausland. Michael Maier hielt hier nicht inne, im Jahr 2013 erhielt er die Auszeichnung zum Jungwinzer des Jahres in Württemberg, ein Jahr später gelang ihm dieses Kunststück auf Bundesebene. Und seither macht er mit diversen Auszeichnungen gerade so weiter: Bester Sauvignon blanc im Land, beim Deutschen Rotweinpreis mit dem Spätburgunder in der Endrunde, beim Trollingerpreis auf dem Treppchen. Und dabei ist das für ihn zweitrangig: „Das wichtigste, was es in unserem Beruf gibt, sind zufriedene Kunden“, sagt Michael Maier.

Sein Weg führte dabei gar nicht direkt in den Weinberg, als Teenager wollte er Landwirt werden, „weil es cooler war mit großen Traktoren zu fahren“. Mit zunehmendem Alter kam die Liebe zum Wein. „Das Produkt bietet einfach ganz viel, davor müssen wir Respekt haben“, sagt Maier. Seine Ziele formuliert er ganz entspannt, ein großer Traktor gehört nicht mehr dazu: „Ich hoffe, ich verliere nie den Spaß an dem Beruf, denn er gibt einem so unheimlich viel zurück.“ Durch zufriedene Kundschaft, die er immer wieder überraschen will. Und vielleicht auch noch durch den einen oder anderen Preis, denn natürlich gibt’s den Ansporn, die renommierten Betriebe ein bisschen zu ärgern. Denn davon profitieren alle. „Das pusht das  Anbaugebiet, und davon profitieren wir alle.“ Auch die Kundschaft.

Der Lieblingswein?
Spätburgunder, als Sorte. Und im speziellen meine Reserve aus 2014. Aber das ist eine Momentaufnahme.

Mit wem würden sie gerne mal ein Glas Wein trinken? 
Mit Günther Jauch. Ich würde ihm auch das Du anbieten, so von Winzer zu Winzer.

Wengerter oder Winzer?
Hier in der Region sicher Wengerter.

 

Auf dem Stuttgarter Weindorf am 29. und 30 August sowie am 8. und 9. September an Stand 17

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