Bild: Ines Rudel

Mit bodenständiger Küche will Jan Scheu den Schwanen am Esslinger Blarerplatz wieder mit Leben füllen. „Meine Strategie ist es, mit einer qualitativ hochwertigen Karte und günstigeren Preisen als zuletzt wieder zurück zum Brauhauscharakter zu kommen.“

Maultaschen, Ochsenbacken, Salate, Linsen, Schnitzel, Forelle, Ves­perbrettle und Zwiebelrostbraten – das ist ein Auszug aus der Speisekarte, mit der der Schwanen neu eröffnet. Dahinter steckt der 34-Jährige Jan Scheu. Er will das Brauhaus in der Franziskanergasse mit Platz für rund 200 Gäste wieder mit Leben füllen. „Das wird kein elitärer Laden. Meine Strategie ist es, mit einer qualitativ hochwertigen Karte und günstigeren Preisen als zuletzt wieder zurück zum Brauhauscharakter zu kommen.“ Damit begibt sich der smarte Koch, der ursprünglich aus Konstanz stammt, wieder in die Selbstständigkeit. Die Esslinger Gastronomieszene ist Neuland für ihn.

In den vergangenen Monaten hat er den Schwanen zusammen mit seinem Team umgestaltet, die Theke und Teile der Innenaustattung sind neu. Das Lokal wirkt moderner und heller. Auch bei den Speisen weht ein neuer Wind. „Wir setzen auf Hauptgerichte zwischen 10,50 Euro und 20,50 Euro. Dabei stehen Regionalität und Frische der Produkte im Vordergrund.“ So komme etwa das Fleisch vorwiegend von der bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall, Forellen aus dem Echaztal, das Speiseeis vom Familienbetrieb Lautertal Eis in Hayingen.

Nach seiner Ausbildung auf der Mainau führte Scheu von 2014 bis 2016 sein eigenes Lokal in Gäufelden. Danach studierte er Wirtschaftswissenschaften in Mainz. „Gäufelden war mir etwas zu ländlich. Ich hätte als Nächstes eigentlich mit Stuttgart geliebäugelt, aber Esslingen passt jetzt auch gut. Ich denke, es ist ein guter Standort für mich“, sagt er.

Sein neues Lokal soll sich deutlich von seinem ersten Betrieb unterscheiden. „Die Küche ist viel bodenständiger. Wir wollen jeden ansprechen: Esslinger, Studenten, Familien, Touristen – es hat Platz für alle, auch für die, die nur auf ein Getränk vorbeikommen.“ A propos: Scheu setzt auf das Bier aus der Hausbrauerei, das gleich nebenan gebraut wird. „Wir haben eigenes Märzen und Bockbier auf der Karte. Weitere Sorten kaufen wir von der Allgäuer Brauerei Meckatzer.“ Auch hier macht sich die neue Preisgestaltung bemerkbar. Für eine Halbe hat man vorher 4,60 Euro bezahlt. Im neuen Schwanen kostet der halbe Liter Bier 3,60 Euro.

Ein Teil des neuen Konzepts sollen auch Veranstaltungen sein. Vorgefühlt hat Scheu schon mal bei der letzten Esslinger Musiknacht. „Da war der Laden proppenvoll, obwohl wir keine Werbung gemacht haben. Wir wollen auch in Zukunft Bands spielen lassen und Partys veranstalten. Vor allem rund um die Faschingszeit.“ Zunächst steht jedoch der Neustart vornean. Den will der Gastronom erst mal erfolgreich bewältigen. Hilfreich dürften da die Gruppenbuchungen sein, die bereits vor der Neueröffnung bei ihm eingegangen seien. „Weihnachtsfeiern und Hochzeiten – das ist ein Vertrauensvorschuss, für den sind wir dankbar und wollen die Erwartungen nicht enttäuschen.“ Vom kommenden Samstag an, ab 12 Uhr, ist der Schwanen unter der neuen Leitung dann tatsächlich offiziell geöffnet.

Damit wird nach einer längeren Pause eine Esslinger Institution wiederbelebt. Erst 2017 hatte Rudolf Reutter das Brauhaus zum Schwanen übernommen. Der Stuttgarter Gastronom wollte sich mit einem preislich gehobenen Konzept in Esslingen etablieren. Das hat jedoch nicht funktioniert. Bereits im Juli war endgültig nichts mehr los in dem großräumigen Lokal – er suchte einen Nachfolger. „Ich bin mit meinem Konzept in Esslingen gescheitert und konzentriere mich jetzt wieder auf meine Gastronomie in Stuttgart“, sagt Reutter. Er führt dort erfolgreich die Weinstube Schellenturm im Bohnenviertel.

Schwanen Brauhaus
Franziskanergasse 3, Esslingen
Telefon 07 11 / 35 32 53
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 17.30 bis 23.30 Uhr, Samstag und Sonntag von 11.30 bis 14.30 und 17.30 bis 23.30 Uhr.

www.schwanen.es

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