Bilder: Ines Rudel

Kirchheims Nachtleben hat Zuwachs bekommen. Im Downstairs mixt ein alter Bekannter Hochprozentiges.

Gediegenes Ambiente, stilvolle Einrichtung, gedämpftes Licht – im Hintergrund mixt jemand einen Drink, leise klirren die Eiswürfel, wenn sie mitsamt der Flüssigkeit ins Glas gegossen werden. Diese optische und akustische Kulisse empfängt die Gäste der neuen Bar Down­stairs im Gewölbekeller des Alten Hauses in Kirchheim/Teck.

Auf der Karte finden sich etwa 15 Cocktails von Klassikern wie Whisky Sour bis zu ausgefuchsten Kreationen. Ersterer überzeugt uns beim Besuch nicht ganz. Dafür sind der Calabrian Negroni – der Drink aus Campari, Wermut und Gin ist in eine weiße und eine rote Phase unterteilt und wird in einem edlen Gläschen serviert – und der Lemon Gin Tonic mit Limoncello eine absolute Wucht. Ausgesuchte Weine, Champagner, Bier oder alkoholfreie Getränke komplettieren das Angebot. „Wir wollen uns zu einem Wohnzimmer etablieren, für alle, die hier vorbeikommen und einen guten Drink wollen. Man kann aber auch einfach ein Bier trinken“, sagt Michael Malina. Der 38-Jährige hat den Gewölbekeller seit Januar gepachtet und die letzten Monate umgebaut.

Inhaber Michael Malina in seiner Bar.

Von September an hatte die Location im Sinne einer Speak-Easy-Bar ohne Schild an der Tür geöffnet und sich in der Kleinstadt schnell rumgesprochen. Seit dem 31. Oktober ist das Downstairs, zu dem eine steile Treppe hinabführt, ganz offiziell eröffnet.

Der Betreiber ist kein Unbekannter in der Kirchheimer Gastroszene: Zehn Jahre lang mixte er die Drinks hinter dem Tresen der Bar Hemingsway’s, die 2015 schloss. Nun versucht es der gelernte Restaurantfachmann und hauptberufliche Sommelier mit der eigenen Bar im Gewölbekeller. „Einfache Drinks aus wenigen, hochwertigen Zutaten und Cocktail-Klassiker – das ist unsere Stärke. In Kirchheim gibt es bisher nichts mit Großstadt-Flair. Das wollen wir ändern.“ Noch eine Stärke ist übrigens der ausgesprochen zuvorkommende Service: Bei einem Besuch wird den Gästen reichlich Wasser auf Kosten des Hauses nachgeschenkt, sodass die sich ganz auf ihre Cocktails konzentrieren können. Und wem’s nicht schmeckt, für den versuchen Malina und sein Service-Team das Passende zu finden.

Vor allem für Nachtschwärmer, die nach einem Restaurant- oder Theaterbesuch oder nach der Arbeit im Gastro-Bereich noch ausgehen wollen, soll das Downstairs eine Anlaufstelle sein. „Ich kenne das aus eigener Erfahrung: Man geht nach Stuttgart in die Oper oder ins Lokal, fährt dann zurück nach Kirchheim und würde noch gerne etwas trinken gehen. Aber dann hat hier fast alles zu. Deshalb haben wir bis 3 Uhr geöffnet.“ Auch wenn ein Abend dynamisch verlaufen könne, soll aus der Bar kein Club werden. Die Räumlichkeiten können aber auch privat gemietet werden.

Die letzten Pächter waren in dem Gewölbekeller weniger erfolgreich. Bleibt abzuwarten, ob das gehobene Bar-Konzept für die Kirchheimer taugt. Doch diese Art von Bar-Konzept ist seit einigen Jahren andernorts sehr erfolgreich, wie auch Malina weiß. „Ich bin viel unterwegs und habe mich von anderen Städten inspirieren lassen, von Tokio, San Francisco, oder Berlin – in Stuttgart finde ich das Konzept von der Bar Le petit Coq am besten.“ Neues Flair kann der manchmal etwas verschlafenen Kleinstadt jedenfalls nicht schaden.

Downstairs

Kirchheim/Teck, Dettinger Straße 2

Öffnungszeiten: Do bis Sa 19 bis 3 Uhr