Bilder: Get Made/Purple Room

Knud Scheibelt und Dino Zippe von der Schwarz-Weiß-Bar haben ein neues Baby. Am 20. Oktober eröffnen die beiden den Purple Room in der Theodor-Heuss-Straße. Dabei setzen sie unter anderem auf Hotdogs in Laugenbrötchen und Chili im Getränk.

Dreieinhalb Jahre haben Knud Scheibelt und Dino Zippe für ihren Traum geschuftet. Am 20. Oktober präsentieren sie den Stuttgartern das Ergebnis. Dann eröffnet in der Theodor-Heuss-Straße 34 die Bar Purple Room. Aber warum eigentlich? Schließlich ist Knud Scheibelt Inhaber der bekannten Schwarz-Weiß-Bar in Stuttgart und Dino Zippe sein Barchef.

Ganz einfach: Die beiden wollten gemeinsam etwas Neues schaffen, etwas, was es so noch nicht gibt. Inspiriert wurden sie dabei von einer Pariser Bar namens Candelaria. „Vorne war eine Tacostation, ist man nach hinten durchgegangen, war man in der Bar“, erklärt Dino Zippe. Essen und Getränke bieten Knud Scheibelt und Dino Zippe auch in ihrem Purple Room an. Dabei machen sie so viel selber, wie sie können; regionale, hochwertige und ausgefallene Zutaten sind ein Muss.

Zum Essen wird es in der Bar in der Theodor-Heuss-Straße ausschließlich Hotdogs geben. Dafür haben Scheibelt und Zippe ihren eigenen Metzger in Stuttgart-Möhringen und ihren eigenen Bäcker in Sindelfingen (Landkreis Böblingen). „Der backt uns unsere eigenen Brötchen aus Briocheteig“, erklärt Zippe. Besonders stolz ist der gebürtige Stuttgarter auf die Laugenvariante, die extra für den Purple Room kreiert wurde. Gemeinsam mit zwei Köchen sind schließlich vier Hotdog-Varianten entstanden, die wiederum mit unterschiedlichen Brötchen und Würstchen kombiniert werden können.

Bei den Getränken setzen die Barmänner auf sogenannte High-Bowls. „Das ist eine Art Longdrink, der von uns modifiziert wird“, erklärt Zippe – durch Chocolat-Brownie-Essenz zum Beispiel, Koriandersamen, Cheesecake-Essenz oder Chipotle, eine auf besondere Art zubereitete Chilisorte. Zum Sortiment gehören auch alternative Säuren, bei deren Verwendung die Drinks nicht trüb werden, sondern glasklar bleiben. „Da sieht ein Drink dann aus wie Wasser mit Kohlensäure. Das ist komplett skurril für die Gäste“, so der Stuttgarter.

Und trotz des Aufwands wird es am Abend schnell gehen müssen, weiß der gelernte Barmeister. Deshalb wird jeder Dienstag für Vorbereitungen reserviert sein. „Zwei Personen bereiten dann acht Stunden lang alles für die nächsten vier Tage vor“, so Zippe, denn der Purple Room hat mittwochs und donnerstags von 20 bis 3 Uhr und freitags und samstags von 20 bis 5 Uhr geöffnet.

Zippe glaubt, dass die Hotdogs vor allem nachts gut ankommen: „Es gibt viele, die nachts Hunger haben und was Gutes essen wollen.“ Döner und Burger King hätten zwar offen und seien zweifelsfrei auch gut, aber das Essen sei einfach nicht selbst gemacht. So viel wie möglich selbst zu machen, war den Gastronomen auch beim Ausbau und Gestaltung der Bar wichtig. Freunde und Bekannte packten tatkräftig mit an: Zippes Vater hat alle Wände gestrichen, der Trauzeuge seiner Frau hat sich um die Elektrik, ein Bekannter aus dem Skiverein um Gas und Wasser gekümmert, und Scheibelts Nachbar hat die Unterkonstruktion der Theke übernommen. Kurz: „Alles, was an Freunden handwerklich begabt ist, wurde verhaftet.“