(c) Lichtgut / Oliver Willikonsky

Der Osten hat eine neue Anlaufstelle für den Kiez: Mitten im Wohngebiet überm Stöckach werden jetzt mediterrane und regionale Spezialitäten serviert. Zu einem sehr vernünftigen Preis-Leistungs-Verhältnis.

Unser Tester gibt fast vier Sterne für die Qualität der Speisen – für ein einfaches Lokal eine sehr gute Bewertung. Ambiente und den Service hält er ebenfalls für überdurchschnittlich.

Gelegentlich hört man, dass der Osten der neue Westen sein soll. Mehr Ausgehmöglichkeiten könnten dem großen Bezirk gewiss nicht schaden – und doch kann man froh sein, dass sich die Hipster-Ambitionen in Grenzen halten und vieles so normal ist. Wie das Viertel, das zuvor Marcassolis Bottega Italiana und davor Insieme hieß. Seit März ist Niko Vurbic der Mann vor Ort, der zuvor im Spalatum am Südtor war. Im Wohngebiet oberhalb vom Stöckach ist alles eine Nummer kleiner. Nur 30 Plätze gibt es im hübschen Innenraum mit Podest. Genau so viele sind es draußen, wo man im Vorgarten sitzt. Dass wir bei unserer Stippvisite wegen einsetzenden Regens umziehen mussten, bereitete dem Service, der charmant von Vurbics Frau geleitet wird, an einem gut besuchten Abend keine Probleme.

Überhaupt scheint man im Viertel sehr aufmerksam zu sein: Man wird immer im Auge behalten und gut bedient. Als wir zum Lammkarree einen kräftigen Roten wollen, wird kurzerhand ein Vino Nobile di Montepulciano geöffnet, der eigentlich nur flaschenweise (24,50 Euro, als 0,2-l-Glas dann 7,20 Euro) angeboten wird. Dabei gibt es im Viertel – Restaurant und Weinstube, so der komplette Name – an die zwanzig offene (von Beurer über Waßmer bis zu ordentlichen Italienern, Franzosen und Spaniern von 4,20 bis 6,40 Euro für 0,2 l).

Die Speisekarte ist klein, aber vielfältig: Zu drei, vier Pasta- und Pizzasorten sowie Flammkuchen kommen ein paar Fleisch- und Fischgerichte, dazu noch mediterranes und schwäbisches Vesper. Unser kleiner Salat (3,90 Euro) besteht aus einer schönen Mischung, die aber zu wenig vom Hausdressing abbekommen hat; das soll recht komplex sein, wie wir später am Telefon erfahren haben. Der Büffelmozzarella (mit Tomaten und Basilikum, 8,80 Euro) ist eine große fluffige Kugel von überdurchschnittlicher Qualität. Als Hauptgericht haben wir Farfalle mit Garnelen, Kirschtomaten, Zucchini und Paprika in Prosecco-Soße (9 Euro), die nicht ganz ohne Sahne auskommt. Das teuerste Gericht von der saisonal wechselnden Karte ist eine (wirklich) rosa gebratene Lammkrone mit Portwein-Soße, Rosmarinkartoffeln und Ratatouille (17,90 Euro). Die provenzalische Spezialität ist zwar eher wie ein Ofengemüse ohne Olivenölsud, aber schmackhaft. Die hausgemachte Pannacotta (4,50 Euro) hat eine dünne Schicht Zitronenabrieb und ist so, wie sie sein muss: nicht zu süß und schön wackelig.

Die Küchenbewertung, die auch das Preis-Leistungs-Verhältnis berücksichtigt, geht Richtung vier Sterne – dafür müssten wir aber auch noch Wurstsalat (7,50 Euro) und Maultaschen (7,90 Euro) probieren. Denn keine Frage: Im Viertel ist alles so ausgerichtet, dass man gerne regelmäßig vorbeischaut. Niko Vurbic sagt zu den sehr fair kalkulierten Preisen, dass man halt in keiner 1-a-Lage sei. Möge der Osten also weiterhin der gute alte Osten bleiben.

Das Viertel: S-Ost, Schubartstr. 29, Telefon 07 11 / 23 08 50 38
Öffnungszeiten: Mo bis Fr 11 bis 15 und 17 bis 22, Sa 15 bis 22 Uhr

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