Bilder: Lichtgut / Christoph Schmidt

Das Fluxus in den Calwer Passagen ist Vergangenheit, zumindest eine klitzekleine Version davon ist dafür neu entstanden: Das städtisches Weingut eröffnet in der City in der Kronprinzstraße einen Pop-up-Store mit mehreren Partnern. Mit kulinarischen Schwerpunkten. Unter anderem  sind auch noch die Jungs von Applaus-Gin dabei und die Landmetzgerei Ochsen.

Stuttgart hat wieder einen Kronprinzen: Ein Pop-up-Store mit diesem Namen, der für mindestens drei Monate die ehemaligen Räumen einer italienischen Designermarke für Damenmode in guter City-Lage bespielt, feierte jetzt Eröffnung an der Kronprinzstraße 6.

Wurst und Maultaschen aus dem Ochsen

Wein vom städtischen Weingut

Der Chef des Kronprinzen heißt Timo Saier und ist seit 2016 Leiter des Weinguts der Stadt Stuttgart, dessen Alleinstellungsmerkmal es ist, unter kommunaler Regie zu stehen. Die vinologische Verkaufsabteilung des Rathauses befand sich zuletzt im Fluxus, in der alternativen Einkaufsmeile in der Calwer Passage, die sich für immer verabschieden musste. Der 39-jährige Saier ist froh, noch vor Weihnachten Ersatz gefunden zu haben für seine Idee, das städtische Weingut an einem Platz zu präsentieren, an dem man die altehrwürdige, 1949 gegründete Institution nicht unbedingt vermutet. Und weil das leer stehende Modegeschäft so groß ist, hat der Diplom-Önologe einen Teil der Räume abgetrennt und mit Stoff zugehängt sowie weitere Partner ins Boot geholt. Nicht nur Wein findet man im Kronprinz, sondern auch Stuttgarter Dry Gin, Obstbrände, Metzgereispezialitäten, ein Blumenatelier und exklusives Schreinerhandwerk. In Zukunft sollen noch mehr Partner dazukommen. Außerdem sind hier Weinproben und Veranstaltungen geplant.

Blumen gibt es ebenfalls

Ein Schild weist den Weg

Die Stuttgarter können im neuen Pop-up-Store den Wein, der vor ihrer Haustür wächst, kennen- und schätzen lernen. Bis Ende dieses Jahres will Saier die Fläche für Trollinger im Stadtgebiet um die Hälfte auf knapp zwei Hektar verkleinern und stattdessen Muskateller und Chardonnay pflanzen. Der Leiter setzt auf Sorten, die weniger Pflanzenschutz brauchen. Dies passt zur Vorgabe des Gemeinderats, auf das umstrittene Spritzmittel Glyphosat zu verzichten. Im Kronprinz sind Fotos von den Weinbergen der Stadt zu sehen, die sich oft an Hängen befinden, die selbst Einheimische nicht alle kennen.

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