Bilder (Archiv): Gottfried Stoppel

Fünf Sterne, fünf Mützen und ein Neuer: In den wichtige Gourmetführern haben die im Kreis etablierten Spitzenköche einmal mehr die Nase vorn – für neues Aufsehen sorgt Nico Burkhardt im Pfauen in Schorndorf. Die besten Bewertungen hat derweil Michael Oettinger erhalten vom Hirsch in Fellbach-Schmiden. 

Der beste Koch des Rems-Murr-Kreises steht in Fellbach am Herd, in der Küche von Oettingers Hirsch in Schmiden – so jedenfalls sehen es die Tester der wichtigsten Gourmetführer. Im jüngst in der 2019er-Ausgabe erschienenen Guide Michelin verteidigt Michael Oettinger mit seinem Restaurant den Stern – ebenso wie vier weitere Betriebe im Kreis.

Im bereits seit einiger Zeit verfügbaren neuen Gault Millau hat Oettinger unter den Toprestaurants im Kreis mit 16 Punkten, den zugehörigen zwei Kochmützen und der Einstufung als „Küche mit hohem Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität“ komplett die Nase vorn. Ebenso im Schlemmeratlas, der dem Schmidener Gourmettempel dreieinhalb von fünf möglichen Löffeln serviert und die Küche zwischen sehr gut und hervorragend einstuft.

Phillip Kovacs

Bernd Bachofer

Dahinter folgen mit ebenfalls einem Michelinstern und jeweils 15 Gault-Millau-Punkten das Fellbacher Goldberg mit Küchenchef Phillip Kovacs („ausdrucksstarke, harmonische Gerichte“), der Waiblinger Bachofer („fast schon ein bisschen exotisch“) und das gegenüber dem Vorjahr um einen Punkt heruntergestufte Malathounis in Stetten. Die Gault-Millau-Tester verspürten bei ihrem Besuch im Stettener Sterne-Griechen offenbar eine leicht nachlassende Küchen-Euphorie, die den Genießern des Michelin allerdings nicht aufgefallen ist. Im Gegenteil: Sie bekräftigen den Stern für Anna und Joannis Malathounis und ihre „modern greek cuisine im charmanten Restaurant mit herzlicher Chefin“. Das Michelin-Urteil zur Küche: „Eine Mischung aus mediterraner Leichtigkeit und Kraft, das ist der unverkennbare Stil“.

Die Kreisbilanz der Edelküchen kann sich durchaus sehen lassen Fünf Michelin-Sterne – bei 77 landesweit – leuchten an Rems und Murr, drei davon in Fellbach. Auch im Gault Millau haben es fünf Rems-Murr-Adressen in die mit Kochmützen verbundenen Punkteränge geschafft. Grundsätzlich bleibt bei den beiden Top-Gourmetführern damit alles beim Alten. Mit guter Aussicht, dass demnächst das halbe Dutzend der Gourmettempel mit Topauszeichnungen voll werden könnte.

Joannis Malathounis

Armin Karrer

Nur in einzelnen Fällen sind sich die beiden Marktführer uneinig: Armin Karrers Avui in Fellbach, das im Michelin mit einem Stern versehen ist, taucht im Gault Millau nicht auf. Dafür mit 14 Punkten das Gasthaus zum Hirschen, dem der Michelin für seine „angenehm legere“ Wohlfühlküche einen Bib Gourmand zubilligt – für „unser bestes Preis-Leistungsverhältnis“.

Ganz neu im Rennen der heimischen Edelküchen ist Nico Burkhardt mit dem erst im vergangenen Herbst von ihm übernommenen und im Erdgeschoss zum Gourmetrestaurant umgemodelten Pfauen in Schorndorf. „Ambitionierte Menüs in warmer, intimer Atmosphäre“ bescheinigen ihm die Michelin-Tester. Für den spontanen Stern an neuer Wirkungsstätte hat es für den einstigen Olivio-Küchenchef noch nicht ganz gereicht, aber der Michelin-Teller für „Küche von guter Qualität“ glänzt in rot: „Eine unserer schönsten Adressen.“ Und auch im bereits einige Wochen nach der Pfauen-Wiedereröffnung erschienenen Gault Millau hat es Burkhardt zwar – noch – zu keiner Mütze gebracht, erntet aber auch hier ausdrückliches Lob für eine „erstklassige Küche“ .

Wenig Veränderung zeigt sich in der zweiten Reihe der Toprestaurants. Neu dabei ist im Michelin das Mille Miglia in Waiblingen mit einem Teller für „gute und gradlinige“ Küche. Insgesamt sieben Lokale zwischen Fellbach, Auenwald und Rudersberg sind mit dem lippenleckenden Michelinmännchen Bib Gourmand ausgezeichnet, der für „unser bestes Preis-Leistungsverhältnis steht. Beim Stern in Rudersberg etwa loben die Tester die „mehr als leckeren Maultaschen“ und über den Zander oder den Wildschweinrücken in der Beinsteiner Brunnenstuben heißt es schlicht und knackig: „Chefin Petra Beyer kann kochen!“

Michelin

Der Guide Michelin (29,99 Euro, 960 Seiten) bewertet in der aktuellen Ausgabe knapp 1900 Restaurants und gut 1500 Hotels. Die Hauptklassifizierung für die Restaurants sind die Sterne. Bundesweit gibt es gut 300 Restaurants mit mindestens einem Stern – 77 davon in Baden-Württemberg. Von den nur vier Betrieben in Deutschland mit drei Sternen sind mit der Schwarzwaldstube und dem Restaurant Bareiss zwei in Baiersbronn. Die Redaktion stand zuletzt schwer in der Kritik weil sie einen Stern an die Alte Vogtei in Köngen verliehen hat, obwohl dieses Restaurant seit Monaten geschlossen ist.

Gault Millau

Im „Reiseführer für Genießer“ (39,99 Euro, 700 Seiten) stehen gut 1000 Restaurants. Vergeben werden bis zu vier Kochmützen und maximal 20 Punkte.

Weitere Führer

Der Aral- Schlemmeratlas (29,95 Euro, 600 Seiten) bewertet mehr als 3000 Lokale auch in Nachbarländern mit bis zu fünf
gekreuzten Löffeln. Im Feinschmecker Restaurant Guide (16,95 Euro, 250 Seiten) stehen 500 Restaurants mit maximal fünf F („in jeder Hinsicht perfekt“). Der Varta-Führer (29,99 Euro, 1400 Seiten) gibt knappe und mit bis zu vier Lämpchen versehene Kommentare zu gut 5000 Restaurants ab. Der „kulinarische Reiseführer“ Gusto (24,95 Euro, 550 Seiten) verteilt als Auszeichnung fünf bis zehn Pfannen („Perfektion in allen Bereichen“), listet aber auch einige „Restaurants ohne Auszeichnung“ als interessante Gasthäuser mit angemessenen Preisen.

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