Bild: Julia Bosch

Manchmal spielt der Zufall eine große Rolle: Weil der bisherige Betreiber keine Mitarbeiter gefunden hat, übernehmen die Eis-Hersteller das Café. Die Familie Scalcione hat derweil nicht nur Erfahrung mit der Herstellung, sie verkaufen auch über diverse Eiswägen ihre Kugeln. Diesen Samstag, 13. April, startet die Saison.

Genau zwei Jahre lang hat Esref Karagöz zusätzlich zu seinem Döner-Imbiss Stern in Birkach auch die rund 150 Meter entfernte Eisdiele Stern an der Welfenstraße betrieben. Ende März 2017 hatte er das Eiscafé in den Räumlichkeiten der ehemaligen Bäckerei Lang eröffnet. In dem Familienbetrieb hatten auch Sohn und Tochter regelmäßig mitgeholfen. In den vergangenen Monaten hat dies jedoch nicht mehr ausgereicht: Weil er nicht genügend Mitarbeiter gefunden hat, hat Esref Karagöz Ende März das Café an die Familie Scalcione übergeben.

„Wir sind eine echte Eisfamilie, mein Schwiegervater macht seit 30 Jahren Eis“, sagt Donatella Scalcione (29). Bisher waren die Scalciones, deren Betrieb in Oeffingen bei Fellbach ansässig ist, nur für die Herstellung und Lieferung des Birkacher Eis’ zuständig. Der Betrieb beliefert mehrere Cafés und Restaurants, außerdem haben sie neun Eiswagen, die durch Stuttgart fahren. Nun werden Donatella und Patrik Scalcione das Eis aus ihrem Betrieb auch wieder selbst verkaufen und in Birkach hinter dem Tresen stehen. „Ich freue mich sehr, wieder selbst zu verkaufen“, sagt Donatella Scalcione. Bereits von 2008 bis 2013 hatte das italienische Paar eine eigene Eisdiele: das Al Parco an der Wagenburgstraße im Stuttgarter Osten.

Dass die Scalciones nun das Birkacher Café übernehmen, war nicht von langer Hand geplant. „Erst Ende März hat sich das ergeben“, sagt die 29-Jährige. Bis zum 31. März hat Esref Karagöz die Eisdiele noch selbst betrieben, nun haben sich die Scalciones knapp zwei Wochen genommen, um aufzuräumen, die Wände innen frisch zu streichen sowie die Eiskarten und Werbung neu zu gestalten. Am Samstag, 13. April, soll die Eisdiele aufmachen. „Eigentlich wollten wir schon eine Woche früher eröffnen, aber das hätten wir nicht geschafft.“

Das Angebot soll in etwa gleich bleiben wie bisher: Neben Eis soll es weiterhin auch Kuchen, Torten, Crêpes und Waffeln geben sowie Gebäck; jedoch kein türkisches Gebäck mehr wie Baklava, sondern italienisches Gebäck – oder „Pasticcini“, wie man in Italien sagt. Sonntags soll man dies auch bestellen können. Außerdem will das Paar italienisches Frühstück anbieten – und deshalb auch immer schon morgens öffnen. Abends soll die Eisdiele im Hochsommer bis 21 oder 22 Uhr geöffnet bleiben, im Winter bis etwa 20 Uhr.

Und wie löst das Paar die Sache mit den Mitarbeitern? „Ich werde relativ oft selbst da sein“, sagt Donatella Scalcione, die in Birkach groß geworden ist. Gegen 15 Uhr wird sie sich aber in der Regel verabschieden müssen, da sie sich dann um die vier Kinder im Alter zwischen zwei und neun Jahren kümmern muss. Auch der Ehemann Patrik Scalcione (33) wird hin und wieder Kugeln über den Tresen reichen. Was derzeit noch fehlt, sind Mitarbeiter, die an den Wochenenden aushelfen, wenn es richtig voll wird – zumindest dann, wenn das Wetter mitmacht und die Lust auf Eis groß ist.

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