AUGUSTENSTÜBLE | S-WEST

Besser als ein Bib Gourmand
Gastroführer 10 X 10, im Bild: Augustenstüble

Für eine aktuelle Recherche haben wir auf das legendäre Boeuf bourguignon verzichtet. Und natürlich haben wir es nicht bereut, dass wir den Küchenchef Simon Hölzer dabei unterstützt haben, sich mit einem täglich wechselnden Vier-Gänge-Menü immer wieder Neues auszudenken.

Zum Beispiel kross auf der Haut gebratenen Kabeljau auf Fenchel-Safran-Sud als Vorspeise, Zweierlei vom Iberico-Schwein mit Rahmpolenta und Bohnen, zum Abschluss geschmacksintensive Birnenvariationen. Etwas mächtig als Vorspeise war die Tarte vom Ziegenkäse mit Feldsalat und Roter Bete, als vegetarisches Hauptgericht überzeugten Kürbis-Sesam- Galettes – als krosse Gemüsepuffer mit Morchelragout. Der Name Stüble täuscht also etwas, denn seit zwölf Jahren wird hier die Cuisine bourgeoise gefeiert.

Augustenstüble

Dazu gibt es sehr gute Weine, die als 0,2-Portion schon mal 12 Euro kosten können. Trotz der vermeintlichen Einfachheit pflegen Sabine und Günther „Obi“ Oberkamm einen gewissen Anspruch, der sich aber von der Sternegastronomie, die sie im Zum Hirschen in Fellbach erfolgreich betrieben haben, bewusst unterscheidet. Einen Bib Gourmand des „Guide Michelin“ hätte das Augustenstüble dennoch mehr als verdient. Die Schallmauer für dieses gute Preis- Leistungs-Verhältnis liegt allerdings bei 37 Euro für ein Drei-Gänge-Menü – wir zahlten 38 Euro. Eigentlich schade, andererseits wissen Genießer auch ohne Bib sehr gut, was sie tief im Westen für ihr Geld bekommen.

Text: Matthias Ring, Bilder: PPfotodesign/Leif Piechowski