Bilder: Lichtgut / Leif Piechowski

Finger weg vom Herd an Weihnachten, sagen sich immer mehr Menschen. Und bestellen die fertige Gans samt Knödel und Rotkraut lieber im Restaurant wie etwa in der Weinwirtschaft Franz Keller im Hotel am Schlossgarten. Hier ist an Weihnachten Hochbetrieb. Bei einigen Stuttgarter Lokalen ist schon nichts mehr zu machen, weil die Kapazitäten erschöpft sind.

Früher war mehr Lametta, wie der Komödiant Loriot mal festgestellt hat, und früher war auch alles nicht so hektisch. Vor und an den Feiertagen hat man das Gefühl, die Welt dreht durch. Ein Grund, weshalb die Menschen versuchen, den Fuß vom Gas zu nehmen. Geschenke werden nicht mehr im Laden gekauft, sondern im Internet bestellt. Das allerdings macht dem Einzelhandel schwer zu schaffen und ist (Stichwort: Verödung der Innenstädte!) folglich nicht zu befürworten. Ein anderer Trend scheint sozial verträglicher: Immer mehr Menschen sparen sich an den Weihnachtstagen den Kochstress und bestellen die Weihnachtsgans komplett zubereitet beim Gastronomen ihres Vertrauens – samt Knödel und Kraut.

Für Stefan Kientz, den Koch der Weinwirtschaft Franz Keller im Schlossgarten-Hotel, bedeutet das: viel Arbeit. Aber kein Stress, denn in der Gastronomie gehören die Feiertage inzwischen einfach zum ­Geschäft. „Das wird von Jahr zu Jahr mehr“, sagt der junge Mann, „aber für uns ist einfach klar: An den drei Tagen an Weihnachten geben wir Vollgas.“ Einen Tag kriegt jeder aus dem Team frei, ansonsten stehen alle in der ­Küche.

Für Stefan Kientz bietet die Gans aus dem Restaurant noch weitere Vorteile. „So wie wir das in unseren Öfen hinkriegen, geht das zu Hause einfach nicht, das ist nicht möglich“, sagt er. In ihren Geräten werde die Gans während der ersten Zeit noch bedampft, trocknet so nicht aus und kriegt erst am Ende der dreieinhalb Stunden Backofenzeit ihre knusprige Haut. Auch für die Qualität der Gänse bürgt der Koch: „Wir bestellen nur Oldenburger Freilandgänse, die erhalten nur natürliches Futter.“ Eine Gans für sechs Personen samt Knödel und Kraut und Füllung („Wurzelgemüse, Apfel, Orange, Beifuß – das muss einfach sein“) kostet 169 Euro, abholen kann man sie sowohl an Heiligabend als auch an den Feiertagen danach.

Küchenchef Kientz präsentiert die Gans to Go.

Ähnliche Angebote gibt’s übrigens auch in anderen Restaurants der Stadt oder bei Betrieben im Umland. Im Holiday Inn in Weil­imdorf etwa kostet die Gans für vier Personen 89 Euro, es gibt sie bis Heiligabend, 17 Uhr, natürlich mit Vorbestellung. Davon gibt’s eine Menge, das beweist die Sansibar by Breuninger. Dort gibt’s ebenfalls eine Oldenburger Bio-Freiland-Gans inklusive Beilage für 136 Euro – allerdings ist alles ausgebucht! Das Gleiche trifft auf das Maritim zu, die Gans für 99 Euro ist an Weihnachten schon weg, aber vorher gibt’s noch welche zu bestellen.

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