Kirschen

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Es ist Kirschenzeit. Land auf, Land ab häufen sich in den Schalen auf den Tischen die kleinen, roten und knackigen Früchtchen. Wir haben einige Fakten zur Kirsche gesammelt und erklären unter anderem, warum der Verzehr von Kirschkernen tödlich sein kann. 

Herkunft

Die Süßkirsche stammt aus Kleinasien, aus Gebieten der heutigen Türkei, wo sie seit vielen Jahrhunderten angebaut wird und wo auch heute noch die weltweit größten Anbaugebiete liegen. Im Jahr 74 vor Christus soll der römische Feldherr und Gourmet Lucius Licinius Lucullus, der bekannt war für opulente Gastmähler, die dunkelrote Frucht aus der Hafenstadt Kerasos (heute Giresun in der Türkei) mit zurück nach Italien gebracht haben. Nach der Stadt Kerasos bekam die Kirsche auch ihren Namen – in nahezu allen europäischen Sprachen ist vom Namen der Kirsche auf diese Stadt zu schließen. Von Italien aus verbreiteten dann die Römer die Kirsche bis hinauf in den Norden Europas.

Gebiet 

Deutsche Kirschen stammen vor allem aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Bayern. Sauerkirschen werden vorwiegend in Rheinland-Pfalz, aber auch in Thüringen, Sachsen und hierzulande angebaut. Aufgrund der hohen Löhne für die Pflücker und der Anfälligkeit der Kirschen schrumpft der Anbau seit Jahren. Zum Vergleich: Ein Pflücker kommt pro Stunde auf 200 Kilo Äpfel, aber nur auf 10 Kilogramm Kirschen. Lediglich der Bioanbau expandiert.

Inhaltsstoffe

Neben 60 Kilokalorien pro 100 Gramm haben Kirschen viel Vitamin C, Fruchtsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe – sie schützen vor Arteriosklerose, Gicht, Krebs und grauem Star und lindern Entzündungen. Außerdem liefern Kirschen Kalium, Kalzium, Eisen, Magnesium, Phosphor, Kieselsäure und B-Vitamine.

Lagerung

Im Großhandel werden Kirschen nicht länger als acht Wochen gelagert, da sie nicht nachreifen und daher reif gepflückt werden. Damit sie zu Hause länger frisch bleiben, sollten sie ungewaschen und mitsamt Stil in den Kühlschrank, am besten im gelochten Plastikbeutel. Wer im Winter Kirschen essen will, kann sie einfrieren, wenn sie keine offene Stellen haben, also am besten mitsamt Kern und Stil.

Zubereitung

Süßkirschen werden überwiegend roh gegessen. Sauerkirschen wandern dagegen in Kompott, Konfitüre, Kuchen, Sorbets und Desserts. Gourmets karamellisieren oder flambieren sie als Begleitung zu Fleischspeisen wie Wildterrine, Schweinefilet, gebratene Ente oder Rehragout. Auch für Kirschkerne gibt es Verwendung: Manche füllen damit Kissen, manche machen daraus Likör. Die Kirschkerne sollte man nur nicht knacken: Zwei gemahlene Kerne enthalten ausreichend Blausäure, die tödlich sein kann.

 

Was man für leckere Kuchen aus den Früchten machen kann, findet ihr in unseren Kirschkuchen-Rezepten.

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