Bilder: Lichtgut / Max Kovalenko

Die Huldigung der Nudelsuppe erfährt in der Stadt einen Höhepunkt: Nach den vielen Burgerläden gibt’s nun plötzlich überall japanische Suppe, Ramen. Das Ramen 8 in der Eberhardtstraße marschierte hier vorneweg – und liefert auch sehr gute Qualität, wie unsere mahlzeit-Testerin festgestellt hat. 

Es ist die Perfektion des Simplen – die Brühe dampfend heiß, das Gemüse knackig. Im Ramen 8 wird der japanischen Nudelsuppe gehuldigt, ein Trendgericht, das in Stuttgart viele Fans hat. ­Regelrecht überrannt würden sie, bestätigt die Chefin Jianhua Li. Die 42-Jährige betreibt in Freiburg eine Sushi-Bar und will mit Ramen-Restaurants expandieren. ­Sieben Stunden müsse die Schweinebrühe köcheln, sagt sie. Dann geht es zack, zack: Weizennudeln, Gemüse und Fleisch hinein, fertig ist der Imbiss. Neben der feisten Schweinebrühe wird auch eine Hühnerbrühe und selbstverständlich für Vegetarier eine Gemüsevariante angeboten.

Wir nehmen auf einem der Holzhocker Platz, es ist Mittagszeit, da wird alles ein paar Euro günstiger angeboten als am Abend. Das Interieur ist einfach gehalten. Eine Reihe Tische, Neonröhren, hinter der mannshohen Abtrennung steht der Suppenmacher am Herd, ein Philippine, der japanischen Meistern in die Töpfe geschaut hat. Die Karte ist übersichtlich: Fast alles dreht sich um Ramen, allerdings entsprechend den regionalen Gepflogenheiten in Japan unterschiedlich zubereitet. Auf der Insel Hokkaido wird die Brühe mit der aus Sojabohnen hergestellten Miso-Paste gewürzt und ist ein wenig dicker. In einer Keramikschüssel kommt der Veggie-Miso-Ramen (9,90 Euro) auf den Tisch: mit Mais, Sojasprossen, Algen, Frühlingszwiebeln und deftigen Tofuecken. Das ist puristisch und genial zugleich, so ein Eintopf macht glücklich. Mit Stäbchen lassen sich die selbst gemachten Nudeln aus Weizenmehl, Salz und Wasser gut rausfischen. Es darf dabei nach Herzenslust geschmatzt werden – eine asiatische Sitte, die keinesfalls auf schlechte Manieren schließen lässt.

Chefin Jianhua im Ramen 8

Der Shio-Ramen (10,90 Euro) ist salziger, leicht fischig und wird mit einem weich gekochten Ei verzehrt. Alledings: Die Eier seien aus, sagt der Kellner entschuldigend und verspricht mehr Gemüse. Es ist eine Stärkung der besonderen Art: zwei gebratene Stücke Hühnerbrust tummeln sich zwischen Mais und Sojasprossen. Als Beilage können noch Gyoza (5,90 Euro), mit Gemüse gefüllte Teigtaschen, dazu bestellt werden. Reichlich Sojasoße peppt die etwas faden Teiglinge auf.

Wer keine Lust auf ein japanisches Bier hat, der kann sich an Genmaicha (3 Euro) halten, eine Grüntee-Zubereitung mit geröstetem braunen Reis. Die leicht malzige Note ist absolut bestechend.

Ramen 8
Eberhardstraße 47, S-Mitte
Internet: ramen-8.metro.rest
Öffnungszeiten: Von Montag bis Freitag von 11.30 bis 15.30 Uhr und von 17.30 bis 22.30 Uhr;
am Samstag durchgehend von 11.30 bis 22.30 Uhr.

Sonntag ist Ruhetag.

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