Bilder: Lichtgut/ Reich, dpa

Wenn der Wein sprudelt, heißt er in Deutschland schnell Sekt. Egal, ob das Blubberwasser in aufwendiger Flaschengärung oder in Industrie-Tanks erzeugt worden ist. Die deutschen Sekthersteller und Winzer wie Matthias Aldinger (im großen Bild rechts) begehren nun auf und wollen ihr ­Produkt aufwerten, Industriell erzeugte Produkte sollen nicht mehr Sekt heißen dürfen..

Beim Wein ist es wie beim Fußball: Fast jeder kennt sich bestens aus. Es ist auch vor allem ein männliches Gesprächsthema. Frauen reden eher weniger ­darüber, vermutlich, weil sie schlauer sind – und den Wein in Ruhe genießen. Dann gibt es noch die Besonderheit, dass fast jeder Mann der Meinung ist, sein Wissensstand entspreche genau dem, der als ausreichend durchgeht.

Damit liegen diese Menschen genau richtig, denn wer sich nicht für Tannine im Wein interessiert, warum sollte er sich darüber unterhalten? Über Weine, die nach Tabak schmecken oder feine Cassisaromen haben? Das Durchschnittswissen über Wein ist wohl eher gering. Das beweist die Statistik: Über die Hälfte des in Deutschland getrunkenen Weins wird im Discounter gekauft, und 79 Prozent im Lebensmittelhandel. Wer sich auskennt, kauft im Fachhandel oder Weingut ein, weil ihm die Qualität wichtiger als der Preis ist.

Massenware mit Plastikverschluss

Alle anderen will Volker Raumland nun wenigstens aufklären. Einer der besten Sektproduzenten im Land findet, dass ein sprudelndes Getränk nur Sekt heißen dürfe, wenn es per Flaschengärung hergestellt wurde. Denn was gemeinhin im Supermarkt für 2,50 Euro verkauft wird, hat mit einem klassischen Winzersekt nur sehr wenig gemein. Für diese Billigheimer kommen Container mit günstigem Wein aus Südeuropa ins Land, die dann in ­riesigen Tanks bis 100 000 Liter unter Druck vergoren werden. Beim Einfüllen in die Flaschen muss dann in der Regel noch Kohlensäure zugegeben werden, damit das Produkt ordentlich sprudelt.

Wenn man außerdem bedenkt, dass vom erzielten Erlös die Sektsteuer von circa einem Euro weggeht, Flasche, Kork und Etikett bezahlt werden müssen, der Transport zudem, bleibt nicht mehr sehr viel übrig. Verständlich, dass Herr Raumland mit solcher Ware nicht in einen Tank, äh, Topf geworfen werden möchte. So etwas dürfe künftig nur noch Schaumwein heißen, meint er. Wobei ich ihm recht gebe – als Mann, der zum Fußball lieber Bier trinkt.

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