Bilder: Ring, Lichtgut/Piechowski

Es ist ein größerer Umbruch beim Weindorf. Mehrere Wirte hören auf, darunter Volker Krehl und Jörg Ebermann. Dafür kommen vier neue Betriebe, darunter das Sternelokal Speisemeisterei. Darüber freuen sich die Wirte Alexander und Pia Neuberth (mit Sohn Liam), Fabrizio Zullo und Jochen Bayer (von links). 

Derweil manche vielleicht noch nicht einmal über einen Besuch des Frühlingsfestes nachgedacht haben, das am 20. April beginnt, haben andere schon Plätze auf dem Weindorf reserviert, mit dem traditionell in den meteorologischen Herbst reingefeiert wird. Die Nachfrage jedenfalls ist laut Bärbel Mohrmann, der Geschäftsführerin des veranstaltenden Vereins Pro Stuttgart, bereits jetzt groß – und mit ihr die Fragen nach anstehenden Veränderungen.

„Zurzeit findet ein großer Umbruch statt“, sagt Mohrmann. Gleich vier neue Wirte werden beim 43. Stuttgarter Weindorf vom 28. August bis zum 8. September dabei sein; auch, weil 2018 die Familie Stritzelberger nach 42 Jahren in den Ruhestand verabschiedet wurde und der als Remstal-Schmid bekannte Uwe Schmid erneut mit einer Insolvenz zu kämpfen hat. Ebenso nicht mehr dabei sind Volker Krehl mit seiner Linde in Cannstatt sowie Jörg Ebermann aus der Linde in Oberboihingen. Die beiden konnten in den benachbarten Lauben auf dem Marktplatz logistisch voneinander profitieren. „Wir haben zusammen angefangen und wir haben zusammen aufgehört“, sagt Ebermann, der auf „zehn gute Jahre“ zurückblicken könne und nun neue Schwerpunkte bei der Ausrichtung seines Betriebs plane.

Prost auf das Weindorf, das im August stattfindet.

Mohrmann bezeichnet den Rückzug der beiden zwar als „großen Verlust“, aber da es wie jedes Jahr ein gutes Dutzend Bewerber gebe, sei man „in der glücklichen Lage, hochkarätige neue Betriebe auszusuchen“. Auf den ersten Blick am hochkarätigsten ist die Speisemeisterei, die seit Juli 2018 von Jochen Bayer und Alexander Scholz betrieben wird. Da die Location in Schloss Hohenheim nicht nur ein Sternerestaurant ist, sondern im vorderen Bereich auch ein Bistrokonzept hat, sei auf dem Weindorf keine Sterneküche zu erwarten, sehrwohl aber laut Scholz „hohe Qualität“. Kalbsschnitzel und -maultaschen sollen ebenso auf der Karte stehen wie Wurstsalat und selbstgebackenes Brot.

Neue Laubenwirte sind auch Alexander Neuberth und Leander Leins von der Schwabenstube in Freiberg am Neckar, die auf dem Schillerplatz mit Wildgerichten punkten wollen. „Schwäbische Tapas“ wird es vom Bären an der Paulinenstraße geben. „Gesundes und Veganes“ will Fabrizio Zullo vom Lumen anbieten. Mohrmann spekuliert auch auf ein spätes Frühstück, für die die Adresse im Stuttgarter Westen ebenso bekannt ist.

Beim Weindorftreff von SWR 4 und den Stuttgarter Nachrichten: Unter anderem die Weinkönigin Carolin Klöckner (links) und Miss Germany 2018 Anahita Rehbein (rechts)

Die Gebrüder Trautwein von der Linde im Möhringen werden bereits zum fünften Male auf dem Marktplatz dabei sein, dann aber deutlich vergrößert. Neben schwäbischen Klassikern soll in zwei neuen Laubenbereichen „die Qualität der einfachen Produkte“ zelebriert werden. 500 Plätze werden die Trautweins insgesamt anbieten, von denen aber nicht alle reserviert werden können, um den Charakter eines spontanen Treffs nicht zu unterwandern. Nach Diskussionen mit verschiedenen Wirten werde es laut Mohrmann weiterhin keine Anzahlungen und keinen Mindestverzehr geben.

Auch 17 Jungwinzer werden sich wieder im Wechsel eine Laube teilen. Und nachdem das Weingut der Stadt Stuttgart vergangenes Jahr tatsächlich zum ersten Mal mit „extravaganter“ Kost aus dem Ochsen in Stetten präsent war, soll es dieses Jahr in der kleinen Laube mit ihren 40 Plätzen „rustikaler“ zugehen, sagt der Weingut-Chef Timo Saier. Beim Weingenuss habe man generell einen „Trend zu Weißweinen aus dem oberen Segment“ (Maximilian Trautwein) festgestellt. Vom städtischen Weingut sei der Riesling Kirchbuggl am meisten gefragt gewesen, der im Pop-up-Shop an der Kronprinzstraße für 13 Euro und auf dem Weindorf für das Doppelte die Flasche zu haben ist. Als Neuheit wird es heuer – wie zuvor schon per Lastenfahrrad auf den Stadtfesten – Miki und Moko geben: „hochwertige“ Weinschorles in der 0,3-Liter-Flasche. Bei der zuletzt großen Nachfrage nach gut gekühlten Tropfen darf man allerdings auch nicht vergessen: Das sehr gut besuchte Weindorf 2018 war ein besonders heißes.

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