Bilder: Lichtgut / Achim Zweygarth

Im Wohnzimmer der Stadt köchelt es wieder: Im alten Lokal Lausterer, einer Stuttgarter Institution direkt am Marktplatz, ist vieles gleich geblieben, manches neu – aber insgesamt alles sehr stimmig. Sehen und gesehen werden gilt immer noch, der Name jedoch ist neu: Der Lausterer heißt nun Taos Weinbar by Lausterer.

Der Ruf des gemeinen Stuttgarters entspricht nicht unbedingt dem des Münchners, der’s in Schwabing krachen lässt. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich zwar viel geändert, an Institutionen ist die Schwabenmetropole jedoch nicht unbedingt reich. Eine davon ist das Lausterer in der kleinen Gasse zwischen Marktplatz und Markthalle, und jetzt ist der Laden auch wieder auf der Höhe der Zeit, nachdem Alexander Dohnt dort so ­etwas wie eine Zweigstelle seiner hippen Skybar in Schorndorf eröffnet hat – die ­Taos Weinbar by Lausterer.

Der Gaisburger Marsch

Paniertes und echtes Wiener Schnitzel

Auf den ersten Blick ist alles anders. Der Laden wurde komplett umgemodelt, eine Theke dominiert den Raum, um einen ­Kamin dürfen es sich die Gäste ebenfalls gemütlich machen. Das Lokal ist eng, aber die betuchten Stuttgarter drängen sich hier offenbar gerne – um ihre Garderobe vorzuführen, die Einkaufstasche von Gucci oder direkt ihren dicken Geldbeutel. Und dabei wird so viel geschwätzt, dass der Geräuschpegel ebenfalls auf einem hohen Niveau ist.

Wichtig sind in erster Linie die Getränke, schließlich handelt es sich jetzt um eine Weinbar. Die Auswahl ist international und in Ordnung, im offenen Ausschank gibt’s Tropfen von Mas de Daumas Gassac, Krebs oder Van Volxem zwischen 4,50 und 5,50 Euro pro 0,1-l-Glas. Dohnt wollte sich nicht auf die Region beschränken, „denn wenn wir nur einheimische Weine anbieten würden, wären wir eine Württemberger Weinstube, wir sind aber eine Weinbar“.

Der Ofenschlupfer

Ein Salatteller

Auf den zweiten Blick hat sich gar nicht so viel geändert, was die Stammgäste sicher freut. Das Personal ist geblieben, die Speisekarte ebenfalls. Es gibt noch die legendären Fleischküchle oder den ­Tatar und neben schwäbischen auch österreichische Klassiker. Der Gaisburger Marsch (6,90 Euro für die kleine Portion) ist solide, jedoch nichts Besonderes. Perfekt ist der Kalbstafelspitz (24,50 Euro), der im Kupfertopf serviert wird. Mehrere Scheiben von dem zarten Fleisch schwimmen samt Gemüse in der Brühe. Die Bratkartoffeln dazu sind in Würfel statt in Scheiben geschnitten, was den Genuss wiederum nicht steigert. Das ­Wiener Saftgulasch ist leider nicht saftig, sondern großteils recht zäh. Unpassend wirkt ein Gewürz, das dem mit Petersilienkartoffeln servierten Eintopf eine indische Note verpasst. Der knusprige Ofenschlupfer schwimmt zwar in viel ­Vanillesoße, ist aber ein netter Abschluss.

Gastgeber Alexander Dohnt

Taos Weinbar by Lausterer

Bärenstraße 3 in Stuttgart-Mitte
Telefon 07 11 / 24 23 80
Öffnungszeiten: Geöffnet ist täglich von 11 bis 3 Uhr.

Küche

Ambiente

Service

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