Bilder: Zweygarth / Drews

Lange Jahre war er ein Tempel der schwäbischen Küche, jetzt ist der Murrhardter Hof seit einigen Monaten unter neuer Führung am  Start. Mit gleichem Konzept, aber in der wiedereröffneten Institution passt noch nicht alles, findet unsere mahlzeit-Kritikerin.

Hasan Geray ist kein Unbekannter im Heusteigviertel: Seit etwa eineinhalb Jahren betreibt er an der Katharinenstraße das beliebte Restaurant Carafe. Anfang Oktober hat Geray zusätzlich den Murrhardter Hof übernommen, der unter der Familie Burhan sehr gute schwäbische Küche mit exzellenten Maultaschen pflegte. Geray hat das Lokal in dem 1896 erbauten Haus renoviert, der Charakter, der mit den hohen Decken und dunkler Holzvertäfelung etwas von einem Wiener Kaffeehaus hat, ist aber erhalten geblieben. Auch mit seiner Karte bleibt Geray dem Stil des Hauses treu. Zusätzlich bietet er eine reichhaltige, gut sortierte Weinkarte.

Die Bilder Gerichte sind mit dem Handy fotografiert . . .

Der für ein Paar reservierte Tisch erweist sich als einer für vier und „es kommt mit Sicherheit noch jemand“, wie der Kellner sagt. Nach vehementen Bitten bekommen wir einen anderen Tisch im etwas kahlen Nebenzimmer. Wir starten mit einer Maultaschensuppe (6,50 Euro) in würziger Brühe mit frischem Schnittlauch. Zudem probieren wir schwäbische Tapas: Mini-Maultasche, Fleischküchle, Roastbeef, Leberknödel und Kartoffelsalat (16,80 Euro). Wie auch schon in der Suppe überzeugt die hausgemachte Maultasche, das Roastbeef ist saftig und zart, doch der Leberknödel schmeckt nicht nur muffig, er ist auch kalt.

Als Hauptgericht zeigt sich das Weinhalle Spezial, ein Rinderfiletgeschnetzeltes in cremig-kräftiger Pfefferrahmsoße mit Bandnudeln (24,80 Euro), als gediegenes Handwerk. Die schwäbischen Alblammkoteletts, die mit Bohnen-Tomaten-Gemüse und Rosmarinkartoffeln serviert werden, bestehen hingegen zur Hälfte aus Fett, das auf dem Tellerrand liegen bleibt. Dafür sind 25,80 Euro zu viel. Der Kellner serviert den Teller ebenso kommentarlos ab, wie er auch schon auf den Hinweis, dass der Leberknödel kalt war, kaum reagierte.

. . . da unser Fotograf nichts ins Lokal durfte

Schließlich kommen noch ein Schokoladenküchlein (8,90 Euro), das fast nur aus flüssigem Kern besteht, sowie Apfelküchle (7,80 Euro) auf den Tisch – beide von Obst begleitet, das deutlich nach Zwiebeln schmeckt. Das Vanilleeis zum Apfel ist von großen Wasserkristallen durchzogen.

Wir zahlen 107,90 Euro inklusive einem Weizen, 0,7 Liter Wasser und 0,2 Liter Lemberger. Dafür hätte es besser sein müssen. Wir hätten gerne mit Geray darüber gesprochen. Aber er will sich nicht äußern und ließ auch unseren Fotografen nicht ein.

Murrhardter Hof – Weinhalle 1896

Wilhelmsplatz 6, S-Mitte
Telefon 01 70 / 7 71 76 51
Öffnungszeiten: Sonntag bis Donnerstag von 11 bis 24 Uhr, Freitag und Samstag bis 1 Uhr.

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