Bilder: Lichtgut / Christoph Schmidt

Der Pächterwechsel hat dem Lokal an der Böblinger Straße gut getan: Das neue Thai-Lokal River Kwai wertet diese Ecke der Stadt auf. Weil hier alles sehr authentisch ist, die Betreiber und das Essen. Nur bei letzterem, wünscht sich unsere mahlzeit-Kritikerin, hätte es noch ein bisschen mehr Feuer vertragen.

Essen, Trinken, Kultur – das suchen ausgehfreudige Stuttgarter eher am Marienplatz als in der angrenzenden Böblinger Straße, wo das Gleisbett die Fahrbahn teilt und die Lust aufs Flanieren nimmt. Eine hat es dennoch gewagt, etwas abseits der üblichen Hipstermeilen einen Neustart zu wagen: Jatuporn Praiwan übernahm die Räume vom Vorpächter, den es zurück nach Thailand zog. Zwei Dinge haben ihr den Wechsel von der Altenpflege in die Gastronomie erleichtert: Ihr Mann Jörg Neubauer, der sich um die Logistik kümmert, ist im Bereich Medizintechnik fest angestellt, das bringt eine gewisse ­Sicherheit. Und die 33-Jährige ist kein ­Gastroneuling – sie hat schon einmal ein kleines Restaurant in ihrer Heimatprovinz Kanchanaburi betrieben. Berühmtestes Wahrzeichen: die Brücke am Kwai, das Bild hängt prominent im Raum, der ansonsten eher schlicht gehalten ist.

Ehrliche thailändische Küche.

Auch das Bier ist aus Thailand.

Aus dem Westen Thailands stammen auch die Rezepte, darunter Klassiker wie die Vorspeise Gai Satay (5,90 Euro), Hühnerfleischspieße mit Erdnusssoße. Letztere ist sehr aromatisch, die Gewürze sind fein austariert, eine Wucht. Überhaupt: Gerichte mit Erdnüssen können sie hier. Das Massaman Curry (13,90 Euro) vereint die Aromen indischer und thailändischer Currys und passt wunderbar zu einem grauen Wintertag. Man kann, wie bei vielen anderen Gerichten auch, aus mehreren Varianten wählen, zum Beispiel vegetarisch, mit Rind, Huhn, Garnelen oder Ente. Mittags bekommt man das Massaman Curry, das fast immer auf der wöchentlich wechselnden Karte steht, in der vegetarischen Variante schon für 7,50 Euro, eine Frühlingsrolle oder Suppe – an diesem Tag mit knackigem Gemüse und Nudeln – inklusive.

Jatuporn Praiwan

Farbenfroh ist das Essen zudem

Ein weiterer Klassiker: die Tom Yam Gung (6,50 Euro). Die säuerliche Suppe mit Garnelen und Champignons ist als „mittelscharf“ deklariert, würde aber etwas mehr Feuer vertragen. Das gilt ebenso für Pad Kie Mao (16,90 Euro), ein Meeresfrüchtegericht mit Bambus, Paprika und grünem Pfeffer, das im River Kwai mit Reis statt mit Nudeln serviert wird. Allerdings lässt ­Jatuporn Praiwan, die ansonsten Wert auf authentische Kochkunst legt, lieber Vorsicht walten. Zu viel Thai-Schärfe könnte die Gäste vergraulen. Für die hat sie übrigens immer ein offenes Ohr. Die 33-Jährige macht regelmäßig die Runde, um zu erfahren, ob es wirklich geschmeckt hat.

River Kwai

Böblinger Straße 46, Stuttgart-Süd
Telefon 07 11 / 16 01 88 14.
Öffnungszeiten: täglich ohne Ruhetag von 11.30 bis 14.30 Uhr und von 17 bis 22 Uhr.

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