Bild: Lichtgut / Leif Piechowski

Die Altstadt hat einen Anlaufpunkt mehr: Das japanische Restaurant Keyaki  lohnt einen Besuch, unsere Testerin bewertet die Küche mit vier Sternen, also als überdurchschnittlich gut.

Die Keyaki Roll ist eine Wucht, aber auch sonst beweist der erfahrene Sushimeister Robin Ong sein Können.

Zuerst einmal heißt es: Schuhe aus! Denn das Separée darf man nur bestrumpft oder zur Not barfuß betreten. Dort sitzt es sich nett auf roten Kissen. Wer sein Schuhwerk anbehalten möchte, wählt einen normalen Tisch im Innenbereich. Die Einrichtung – helles Holz, eine Sushitheke in Backsteinoptik – ist ebenso klar wie das Küchenkonzept. Deshalb auch der Name Keyaki. Die japanische Ulmenart ist laut Sushimeister Robin Ong für den geraden Wuchs ihrer Äste bekannt. Ong, seit fast 40 Jahren im Geschäft, hält nichts davon, die Gerichte zu überfrachten, er mag Geradlinigkeit. „Vielleicht glauben einige Köche, in Deutschland müsse man immer reichlich Soße servieren, aber ich möchte näher am originalen Geschmack sein“, sagt er. Der Sashimi-Tofu-Salat (10 Euro) etwa bekommt durch das Yuzu-Dressing den richtigen Kick, wird aber nicht von der Soße ertränkt. Im Mittelpunkt stehen eindeutig der rohe Fisch und die Tofu-Scheiben, die von feinporiger Konsistenz, allerdings etwas dick geschnitten sind. Als sommerliche Vorspeise wählen wir Wakame-Kyurisu (4 Euro), Seetang und Gurke, angemacht mit japanischem Essig – ein frischer Genuss und perfekter Begleiter zum Fisch.

An Letzterem gibt es nichts zu mäkeln. Beispiel Nigiri: Die flambierten Jakobsmuscheln (6 Euro, je zwei Stück) und der flambierte Tintenfisch (5 Euro) sind absolut zart, ebenso der Lachs (4,50 Euro), der im Keyaki ein Genuss ist. „Das liegt an der Schnitttechnik“, erläutert der Sushimeister Ong, der sein Handwerk in Singapur bei japanischen Köchen erlernt hat. „Lachs ist außen sehr dreckig, den muss man ganz speziell behandeln.“ Den Lachs probieren wir gleich noch in flambierter Variante (Aburi-Shake Chakin, 12 Euro), mit Mayonnaise und Kaviar. Die Erkenntnis: weniger Beiwerk gleich mehr Genuss.

Auch die Donburi-Kreationen – Sushireis mit herzhaftem Topping – überzeugen: Beim Sashimi Don (15 Euro) harmonieren die Zutaten, darunter roher Fisch, Sesam und Seetang, wieder wunderbar. Das Highlight des Abends aber ist die Keyaki Roll (15,90 Euro) mit Lachs, Thunfisch, Shiromi (weißer Fisch), Aal, Gurke, Avocado und „Spezialsauce“. Sie verdient eindeutig mehr als vier Sterne. Die Optik, die Zusammenstellung und die Menge der Zutaten – da ist ein Könner am Werk!

Und der hatte schon vom Ruhestand geträumt. Dass Ong nun verlängert, haben Sushifans der Überredungskunst seiner Stammgäste zu verdanken, die ihn im Kikuya an der Calwer Straße und im Shima an der Olgastraße kennen- und schätzen gelernt haben. Ong, Jahrgang 1958, konzen­triert sich jetzt ganz auf sein neues Projekt. „Vielleicht noch vier Jahre“, sagt der Vater zweier erwachsener Kinder, „Kochen ist nun einmal mein Hobby.“

Küche

Ambiente

Service

Auch interessant