Il Fatino

Bilder: Lichtgut / Oliver Willikonsky

Das Glück dieser Erde . . .liegt auf dem Teller! Auch diese Woche waren wir wieder in geheimer Mission mahlzeit unterwegs. Dieses Mal im Il Fantino im Reit- und Fahrverein Kräherwald. 

„Gemischter Vorspeisenteller“ steht sehr oft auf Speisekarten von italienischen Restaurants. Meistens verbirgt sich dahinter etwas Wurst, Käse, Mozzarella mit Tomaten – und wenn’s gut läuft noch ölige Auberginenscheiben und Co. Zur Hauptspeise wird das gleiche Gemüse als Beilage serviert. So weit, so langweilig.

Dass es im Il Fantino im Reitercasino am Kräherwald etwas anders ist, hoffen wir, als wir uns nach der Zusammensetzung der gemischten Vorspeise erkundigen. Schließlich hat die mit 18,50 Euro einen stattlichen Preis. „Die ist immer eine Überraschung“, sagt Lillo Inguanta, der mit dem Koch Vittorio Serritella seit vier Monaten das rustikale Restaurant betreibt. Zuvor gab es hier zwölf Jahre Brezeln und Getränke für die Vereinsmitglieder, jetzt also gehobene italienische Küche. Und wie gut die ist, stellt sich beim Besuch heraus.

Vittorio Serittella und Lillo Inguanta

Die Karte listet nur wenige Gerichte auf: zwei Suppen, vier Vorspeisen, vier Pastagerichte, ein Risotto, zwei Fisch- und zwei Fleischgerichte. Das war’s. „Wir machen auch Pizza. Was Sie wollen – nur Ananas und Mais gibt es nicht“, sagt Inguanta und lacht. Was für eine gute Ansage.

Klar, dass wir uns für die gemischte Vorspeisenplatte und eine exzellente Fischsuppe (10,50 Euro) entscheiden. In dem Tomatensud sind Muscheln, Lachs und Thunfisch. „Bei uns gibt es nur frische Ware“, erklärt Inguanta, der aus Sizilien stammt und einige Jahre im Valle in der Innenstadt gearbeitet hat. Mit Serritella hat er sich an das erste eigene Lokal gewagt. Sicher, es gibt noch einiges zu verfeinern und auszubessern – wie etwa die Toiletten und die Atmosphäre im Innenraum, von dem aus man einen Blick in die Reithalle und von den Plätzen draußen auf den Paddock hat. Die beiden sind aber auf einem guten Weg.

Spaghetti alla Chitarra mit Caviar und Bottarga

Spaghetti alla Chitarra mit Caviar und Bottarga

Und da kommt auch schon die Vorspeisenvariation. Angerichtet auf einem etwas an die 80er Jahre erinnernden schwarzen, rechteckigen Teller. Darauf sind neben einem großen Bobbel Büffelmozzarella mit Tomaten und Basilikum auch zitronig-frischer Oktopussalat mit Kartoffeln sowie gegrillter, superkrosser Babykalmar mit Böhnchen und fein geschnittenes Roastbeef. Das ist alles sehr fein, sehr gut gemacht und eben mal wirklich etwas anderes. Die Portion ist so groß, dass es eigentlich besser wäre, sie zu teilen. Zumal der Primo Piatto – perfekte Paccheri mit Meeresfrüchten und Fisch in einem rezenten Sößle – eben auch eine große Menge ist.

Die Lammlachse (27 Euro) sind wie gewünscht rosa gebraten, dazu wird butterfeines Gemüse (Karotten, Brokkoli, Bohnen und Kartoffeln) serviert. Günstig ist das nicht am Reiterhof. Passt aber irgendwie. Schließlich gibt es da diesen Witz. „Wie kommt man schnell zu einem kleinen Vermögen?“ Antwort: „Man hat ein großes und kaufe sich ein Pferd.“

Il Fantino, Am Kräherwald 110, S-Nord, Telefon 01 62 / 2 09 28 81. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 22 Uhr, Montag ist Ruhetag, die Öffnungszeiten werden sich vermutlich Ende September ändern.

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