Bild: Eileen Breuer

Er hat sich für ein eigenes Restaurant und gegen einen Lieferservice entschieden: Der gebürtige Inder Singh Davinder hat sich vor fünf Monaten in Dürrlewang selbstständig gemacht und sein eigenes Lokal eröffnet.

Wo der Geruch von Koriander, Ingwer und Knoblauch in der Luft liegt, fühlt sich Singh Davinder wohl. In seinem Restaurant Namaste an der Osterbronnstraße serviert der gebürtige Inder als Vorspeise Papadams, einen Linsenfladen mit Minzsoße. Seine Heimat Nordindien versteckt sich hier in Gerichten wie Chicken Tikka Masala, das mit Fladenbrot oder Basmatireis serviert wird. Vor fünf Monaten übernahm er die Gastwirtschaft in Dürrlewang. Zuvor betrieb er einen Pizzaservice in Böblingen, wo er auch wohnt. Doch die Arbeit ausschließlich beim Lieferdienst machte ihn nicht glücklich: „Der Pizzadienst bedeutet Stress. Dort ist immer viel los.“

Die Arbeit im Restaurant ist nicht weniger stressig, jedoch ruhiger: Hier pflegt Davinder den Kontakt zu seinen Gästen, die oft schon um kurz nach elf zur Tür reinkommen. Am liebsten schlüpft er in die Rolle des Kellners und bedient. Hier könne er am besten mit seiner Kundschaft ins Gespräch kommen. Als Wirt beschränkt sich seine Aufgabe nicht auf ein Gebiet: „Ich mache komplett alles: Ich kellnere, ich koche, ich kaufe ein, und Späße mache ich auch!“

Doch seine Hauptaufgabe im Service ist es nicht, die Gäste zu bespaßen – sondern ihnen die Zutaten in den Gerichten aufzuzählen. Wer das erste Mal indisch essen geht, kann sich unter den Namen nämlich kaum etwas vorstellen. Doch wenn sie den Geschmack von Chili, Kreuzkümmel und Kurkuma einmal getestet hätten, kämen sie immer wieder, sagt Davinder.

Solche Stammgäste braucht ein Wirt in den Außenbezirken. Denn auf Laufkundschaft kann er nicht hoffen. Da habe ein Restaurant in der Innenstadt einen Vorteil. Dürrlewang kann jedoch auch punkten: mit dem Angebot an Parkplätzen. Die Gäste könnten von überall her kommen und mit dem Auto gemütlich in Restaurantnähe parken. Für seine Gäste steht der Wirt um 10.30 Uhr auf der Matte. Dann beginnt der Tag für ihn damit, sich Gedanken zu machen, welche Zutaten in den Töpfen landen. Ein wechselndes Mittagsbuffet erfordert es, dass jeden Tag neu entschieden wird, was auf den Tisch kommt.

Außerdem will Davinder zu jeder Uhrzeit für seine Gäste da sein: „Wenn die Gäste früh kommen, muss ich ihnen auch etwas zu Essen anbieten können.“ Abends müsse er dann so lange bleiben, wie die Gäste am Tisch sitzen. Das bringe die Selbstständigkeit mit sich: „Wenn viel los ist, muss man viel arbeiten, wenn wenig los ist, halt weniger.“ Viel Freizeit bleibe da nicht: „Für Sport habe ich keine Zeit. Aber beim Bedienen laufe ich jeden Tag acht Kilometer, das ist Sport genug.“ Für seine Gäste nimmt der Gastwirt das in Kauf. Ihm ist es wichtig, dass sie das Restaurant am Ende mit einem vollen Magen und einem Lächeln im Gesicht verlassen. Da helfe der gesüßte Milchreis nach: Er muss lange köcheln, wie fast alle der indischen Gerichte auf der Speisekarte. „Nach dem Essen bekommt jeder einen Nachtisch. Dann kann der Gast zufrieden nach Hause gehen.“

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