Bilder: Lichtgut / Mxa Kovalenko

Der nächste Neuanfang unterm Stern: Nach dem Intermezzo von Fernsehköchin Sarah Wiener und dem früheren Sternekoch Michael Braun  startet nun die Gastronomie im Mercedes-Museum einen neuen Anlauf: Philip Jaeger kommt aus der BMW-Welt und ist der neue Küchendirektor im Mercedes-Benz-Museum

„Ich bin wohl der einzige Koch mit einem Stern, den man nicht wegnehmen kann“, scherzt Philip Jaeger. Der 29-Jährige ist seit Anfang des Jahres als Küchendirektor im Mercedes-Benz-Museum aktiv. Der Stern als Markenzeichen ist neu für ihn. Erfahrung mit den Michelin-Sternen hat er aber genug. So war er zum Beispiel bei Amador in Mannheim (drei Sterne im „Guide Michelin“) und bei Bobby Bräuer im EssZimmer (zwei Sterne) der Münchner BMW-Welt. Anschließend hat er im Haus drei Jahre lang die Bavarie verantwortet, eine Brasserie mit 250 Plätzen, die vom „Gault & Millau“ mit 15 Punkten knapp unterm Stern bewertet ist.

Jaeger kennt sich also aus mit der Museumsgastronomie und freut sich nun, da nach vier Jahren die Pacht seines Vorgängers Michael Braun ausgelaufen ist, darauf, „die kulinarische Idee eines ganzen Hauses zu entwickeln“, inklusive Catering und Pop-up-Konzepten. Das macht er mit vielen Freiheiten, wie er sagt, aber hinter ihm steht eine extra gegründete Gesellschaft: die V&K Tailor Made Catering GmbH. Diese ist ein Zusammenschluss der Käfer-Gruppe, die auch die Gastronomie in der BMW-Welt betreibt, und der niederländischen Firma Vermaat, die auf Museen und Betriebskantinen spezialisiert ist. Geschäftsführer ist Gerd Schmid, der diese Funktion zuvor bei Frank Oehler in der Speisemeisterei ausübte.

Beim Ortsbesuch erzählt Schmid von den räumlichen Änderungen, etwa dem Verlegen eines neuen Küchenbodens, der ein verschmortes Starkstromkabel zur Folge hatte. Deswegen kann nach einer vorübergehenden Bewirtung in der Almhütte vorm Museum der reguläre Betrieb im Haus erst am Dienstag, 5. Februar, aufgenommen werden. Der Gastraum ist dann in einen Bistro- und in einen Restaurantbereich aufgeteilt, in dem am Tisch serviert wird. 250 Gäste finden auf der unteren Ebene inklusive Terrasse Platz, noch einmal 70 in der Cafeteria im Foyer.

Philip Jäger im Museum

Für seine neue Aufgabe hat sich der Münchner Philip Jaeger, der in Stuttgart die Nähe zum Wein genießt, lange vorbereitet und Urlaub auf der Schwäbischen Alb gemacht, wo er kleine Genussmanufakturen besuchte. Mehrmals im Monat schweben ihm auch Veranstaltungen mit solch regionalen Produzenten vor – abends und zusätzlich, denn das eigentliche Geschäft im Mercedes-Benz-Museum spielt sich nun mal tagsüber während der Öffnungszeiten ab. Aber: „Wenn die Leute sagen ,wir gehen ins Museum zum Essen‘, dann sind wir auf dem richtigen Weg!“

Die Kommunikationsleiterin des Hauses, Miriam Weiss, nennt Zahlen aus dem vergangenen Jahr: 834 121 Museumsbesucher wurden 2018 gezählt, jeder Fünfte davon habe die gastronomischen Angebote genutzt, „darunter internationale Gruppen, viele chinesische Gäste“, deren kulinarische Wünsche man berücksichtigen müsse. Kein Problem für Philip Jaeger. Auf Basis der französischen Küche hat er sich asiatischen Einflüssen geöffnet und tastet sich nun auch an schwäbische Spezialitäten heran. Linsen mit Spätzle will er ebenso auf der Karte haben wie Wiener Schnitzel.

Selbst wenn es gehobener sein darf – die Preise für Hauptgerichte im Restaurant sollen zwischen 14 und 22 Euro liegen. Gute Produkte ohne Convenience will Jaeger anbieten, der fast nur in Sterneküchen arbeitete und sich jetzt freut, „mit weniger Pipetten und Schäumchen“ auszukommen. Seine Devise: „Schnell, heiß und lecker“ müsse es sein. „Ich koche wahnsinnig gern aus dem Bauch heraus“, sagt er, und das gehe nun mal „lockerer ohne Stern“.

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