Bilder: mahlzeit

Die einen lieben sie, die anderen schütteln sich, wenn sie das glibberige Tier sehen: Die Auster kennt keine Grautöne. Im Pier 51 in Degerloch besteht vom 4. bis 10. Februar die Chance, diese edle Muschel einmal besser kennen zu lernen. Und Küchenchef  Philipp Di Mineo macht Neulingen schon mal Mut: „Umso mehr Austern man isst, umso mehr magst du sie.“

Mit einem Mythos räumt Philipp Di Mineo gleich zu Beginn des Gesprächs auf: Austern darf man nur in Monaten essen mit einem R im Namen? Falsch! Austern kann man das ganze Jahr über essen, nicht nur, weil heutzutage die Kühlkette eigentlich überall lückenlos ist. Im Pier 51, dem Degerlocher Lokal der Rauschenberger-Kette (Cube, Goldberg) huldigt der Küchenchef dennoch in einem Monat mit nem R dieser edlen Muschel. Vom 4. bis zum 10. Februar findet hier das Annual Oyster Tasting statt, also eine ­Verkostung verschiedener Austern. „Wir ­haben damit ausgesetzt, aber unsere ­Gäste haben danach gefragt, also machen wir es wieder“, sagt Di Mineo.

Philipp Di Mineo beim Öffnen der Austern

Das Pier 51 ist hier auch seinem Ruf etwas schuldig. Immerhin es es eines der letzten Lokal in der Region mit einem Aquarium, in dem lebende Hummer schwimmen. Und mit der Ausrichtung Prime Meats and Seefood, also bestes Fleisch und Meeresfrüchte, hebt sich das Pier 51 ebenfalls von anderen Häusern ein bisschen ab, die meiste in erster Linie auf Fleisch setzen. „Mit unserem Tasting wollen wir einfach die Unterschiede bei einer Auster rausarbeiten“, sagt Di Mineo. Dies gelinge auch ganz gut, weil der Gast schnell schmecke, wie unterschiedlich diese Muscheln sein können. Und damit sei auch das Motto des Restaurants gut zum Ausdruck gebracht. „Wir werben ja mit den Great Moments“, sagt der Koch, und genau diese wollten sie mit so einer Verkostung rüberbringen. Dem Gast nicht zur etwas servieren, sondern etwas rüberbringen, etwas erzählen.

Die Auster sei für ihn einfach etwas ganz besonderes, bei keinem anderen Gericht fühle man so sehr in den Urlaub zurückversetzt. Die Muscheln, die lebend ins Lokal kommen, bringen das Meer mit ins Schwabenland. Und wir lernen auch gleich: Umso schwerer  sich eine Auster öffnen lässt, umso frischer sei sie. Wenn eine solche Muschel bereits leicht geöffnet ist, solle man lieber die Finger davon lassen.

Bei der Verkostung gibt’s die Unterschiede einer Gillardeau („viel mehr Fleisch als andere, deshalb ist sie auch so teuer!)“, von Koch Di Mineo der Liebling, einer Fine de Claires („im Geschmack etwas nussig“) und einer Sylter Royal („typischer Meergeschmack, aber nicht so salzig“) zu erschmecken, drei der Muscheln, mal mit Calamansi Sorbet, mal mit Rosa Pfeffer, kosten 14,90 Euro.

Und die Gäste erfahren auch, was das mit dem R auf sich hat – vermutlich war dies ein Erlass, um die Überfischung der Austern zu verhindern.