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Tapas dürfte jeder kennen, Japas hingegen die wenigsten. Doch genau damit will die stets um Zeitgeist bemühte Hotelkette Jaz jetzt punkten. Nur ein Sturm im Wasserglas?

Die Gretchenfrage in der Gastronomie ist ja immer: Wie viel Zeitgeist ist zu viel Zeitgeist? Was ist noch innovativ und was ist schon übertrieben? In der Stuttgarter Dependance der Design-Hotelkette Jaz stellt sich diese Frage gar nicht, denn hier ist Trendbewusstsein Trumpf. Im Äußerlichen, im Interieur, auf den Zimmern, an der Bar und auf den Tellern.

Für letztere zeichnet in Stuttgart Küchenchef Sven Schulz verantwortlich. Und der will im Restaurant Rhythms jetzt eine Art Tapas 2.0 etablieren. Moderne Geselligkeit in lukullischer Form also, kleine Happen, die man am besten mit Freunden und der einen oder anderen Flasche Wein teilt. „Das Japas-Konzept ist ein Festmahl für die ganze Familie, da viele kleine Gerichte zusammen serviert werden – wie in der heimischen Küche oder am Frühstückstisch“, sagt Schulz dazu.

Für Touristen stehen die Tapas in Spanien oftmals nur für eine Schale mit Oliven, Chorizo, mal ein Stück Omelette, mal Schinken und mal Pulpo. Natürlich gibt’s das in gastronomischen Hochburgen wie in San Sebastian auch in sehr ausgefeilter Form. Im Jaz geht man die ganze Sache noch kosmopolitischer an. Ob als Vorspeise, als später Snack oder als üppiges Sharing-Erlebnis: Fortan gibt es im Jaz „Japas“ aus aller Welt, als Fünfer-Kombo zusammengefasst oder als Einzelportionen bestellbar. Das ist allerdings nicht gleich eine Revolution, wie das Jaz selbstbewusst proklamiert. Immerhin greifen auch in Stuttgart immer mehr Gastronomien diesen Sharing-Gedanken auf. Die Mozzarella Bar mit ihren vielen italienischen Kleinigkeiten, das Gasthaus zum Bären mit seinen schwäbischen Tapas oder, ganz klassisch, der Spanier Er Vaquita in der Vogelsangstraße.

Moderner geht es im Jaz indes schon zu. Schwarzwälder Schinken meets Calamares, die Tapas-Dauerbrenner Pimientos de Padron treffen auf Rindfleisch, schwäbischer Wurstsalat auf Thunfisch und japanischen Wakame-Salat: Ja, auch beim Essen setzt das Jaz auf Weltoffenheit und schwäbische Verwurzelung. Denn: „Die Regionalität spielt natürlich auch in Bezug auf unsere neuen Japas eine große Rolle. So kommen viele Zutaten von lokalen Zulieferern“, so Schulz, der schon in Stuttgart, auf Kreuzfahrtschiffen und auf den Seychellen tätig war. Und bei Essen wie im täglichen Miteinander gilt ja durchaus: Weltoffenheit hat noch keinem geschadet.

Jaz Stuttgart

Wolframstraße 41, Stuttgart
Telefon: 0711 / 969840

www.jaz-hotel.com

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