GASTHAUS ZUR LINDE | S-MÖHRINGEN

Weiter auf hohem Niveau

Seit sich Jörg Mink auf Schloss Solitude zurückgezogen hat, führen die Brüder Ferdinand und Maximilian Trautwein die Tradition im edlen Ambiente der ehemaligen Poststation in Möhringen fort. Die beiden haben in Sternehäusern gelernt, machen auch groß in Catering und behaupteten sich 2015 erstmals auf dem Weindorf. Unser Eindruck: Der Laden läuft, und die Autos vor der Linde sind nicht gerade kleiner geworden.

Das ist insofern kein Wunder, da zwar weiterhin schwäbisch gekocht wird, aber auf hohem Niveau, was sich auch an den Preisen bemerkbar macht. Der Rostbraten durchbricht die schwäbische Schallmauer mit 24,90 Euro lässig – aber er rangiert in unserem Ranking ziemlich weit vorne. Das Stück Fleisch in Form eines Walfischs ist kross angebraten, gut gewürzt und butterzart. Dazu gibt es handgeschabte Spätzle und eine etwas zu dezente Soße – sonst allerdings nichts.

 

Das kräftige Filderkraut hatten wir davor unter einer fluffigen Maultasche – fast schon zu viel für eine Vorspeise. Auch die geschmacklich vorzügliche Pastinakensuppe war mit ihrer Sämigkeit etwas mächtig. Hier hätte nicht geschadet, was im Sprachgebrauch eher verpönt ist: Schaumschlägerei. Das zweite Hauptgericht – nicht das Wiener Schnitzel, das ein weiterer Renner ist – überzeugte sowohl geschmacklich als auch durch die Konsistenz voll und ganz: ein Perlgraupenrisotto mit Wurzelgemüse. Dazu gibt es gute, nicht ganz günstige Weine aus der Region und darüber hinaus.

Text: Matthias Ring, Bilder: Gasthaus zur Linde