Nada's Cafebar Sielmingen

Darius und Nathalie Negrea von Nada′s Cafébar (c) T. Krämer

Nathalie und Darius Negrea ernteten zunächst viel Skepsis für ihre Idee, in Sielmingen ein Café zu eröffnen. Wir haben die beiden dort besucht. 

Das Ambiente ist maritim, auf den Kissen segeln Schiffe. „Wir dekorieren je nach Jahreszeit“, sagt Nathalie Negrea. Und das passe nun wunderbar zum Sommer, sagt die Gastronomin, die eigentlich Fotografin und Mediengestalterin ist. Dass sie nun zusammen mit ihrem Mann Darius Negrea Nada’s Cafébar in Sielmingen betreibt, verdankt sie einem Zufall. „Ich stamme aus einer Gastronomenfamilie“, sagt der gebürtige Rumäne, der schon in Luxemburg, Spanien und Italien gearbeitet hat. Und – vor ein paar Jahren – in einem Restaurant in Bad Cannstatt, wo sich das Ehepaar kennen lernte. Heute leben und arbeiten sie zusammen, haben, wie beide sagen, „ihren Lebenstraum verwirklicht“. Und der lautet: ein eigenes Café betreiben.

„2012 kam zum ersten Mal diese Idee auf“, erzählt Nathalie Negrea, deren größtes Hobby schon immer Kochen und Backen war, wie sie sagt. Jahrelang hatte sie mit ihrer Familie in einem Haus im Zentrum von Sielmingen gewohnt, dann zog sie mit ihrem Mann Darius zusammen. „Dann erfuhren wir, dass das Haus neben meinen Eltern an der Sielminger Hauptstraße frei wird“, erinnert sie sich. Sie zogen wieder nach Sielmingen – und stellten fest, dass das Haus für zwei Personen zu groß ist und noch Platz bietet: und zwar für ein schnuckliges Café!

Die beiden ergriffen die Gelegenheit, ihren Traum Realität werden zu lassen. Schließlich hatten sie schon die Erfahrungen einiger Weihnachtshöfe im Rücken, die seit 2013 in der Vorweihnachtszeit auf dem Hof veranstaltet werden. „Die sollten eigentlich das Gegenstück zu den überfüllten Weihnachtsmärkten in Stuttgart oder Esslingen sein“, sagt Nathalie Negrea schmunzelnd. Und das nicht ohne Grund: Aus dem anfänglichen Geheimtipp ist  längst ein Publikumsrenner geworden. In ihrem Umfeld ernteten sie zunächst jedoch viel Skepsis. „Ein Café? In Sielmingen? Das wird nichts!“, haben sie von Freunden bisweilen gehört. Doch die beiden wischten die Bedenken beiseite, schmiedeten Pläne und reichten Baupläne ein. „2016 hatten wir die Genehmigung in der Hand und machten uns an den Umbau“, erzählt die 26-Jährige.

Im Oktober 2017 wurde Nada’s Cafébar schließlich eröffnet (das setzt sich aus den beiden Anfangsbuchstaben der Vornamen zusammen). „Unser Ziel war und ist, ein guter Zufluchtsort für jede Generation zu sein – vom Teenager bis hin zum Senior“, sagen die beiden unisono. Und es funktioniert. Für Nathalie Negrea ist es wie in einem französischen Film: „Der ganze Ort kommt“, freut sich die gebürtige Cannstatterin.
„Wir bereuen den Schritt nicht, auch wenn viel Arbeit dahintersteckt“, sagt der 48-Jährige. Sielmingen sei der perfekte Ort für einen solchen Betrieb. Zeit für Hobbys bleibe keine, auch wenn beide das nicht als Nachteil sehen. „Wir haben schließlich unser Hobby zum Beruf gemacht“, sagt Nathalie Negrea. Zu Kamera oder zum Stift greife sie eigentlich nur noch, wenn die Deko im Café verändert werden soll. Bald ist Herbst, da dürfte sich die Gelegenheit wieder bieten.

 

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