Bilder: Dirk Zengel

Dieser Mann ist ein Phänomen. Er tourt durchs Fernsehen, für sein Restaurant Alexander Herrmann by Tobias Bätz hat er einen zweiten Michelin-Stern erhalten, er schreibt Kochbücher, vertreibt sogar seine eigene Kochtopf-Linie – und geht auch noch mit einer Liveshow auf die Bühne. An diesem Samstag, 6. April, gastiert Alexander Herrmann in der Stuttgarter Liederhalle. 

Herr Herrmann, gratuliere! Sie haben neue Fans aus der Region Stuttgart?

Müsste ich wissen warum?

Na ja, ich glaube, die Menschen hier verstehen nach dem absurden Theater um die Alte Vogtei in Köngen, was Ehrlichkeit ist.

Was da gelaufen ist, kann man natürlich nicht machen.

Bei Ihnen springt einem die Ehrlichkeit schon im Namen entgegen, da steht auch Ihr ­Küchenchef.

Ich zitiere mal den altehrwürdigen Paul ­Bocuse, der auf die Frage, wer bei ihm denn koche, wenn er nicht da sei, antwortete: Die Gleichen, die kochen, wenn ich da bin. Ich ­habe mir irgendwann gesagt, das fordert eigentlich der Anstand, vor fünf Jahren ­haben wir dann gesagt, er (Tobias Bätz) ist so weit. Das hängt auch mit der Glaubwürdigkeit beim Gast zusammen.

Alexander Herrmann macht auf der Bühne Fleischpflanzerl

Wie ist dann die Arbeitsteilung? Er kocht, und Sie touren um die Welt?

Nein, aber das Tagwerk liegt ganz klar bei ihm, ich bin für die kulinarische Kreativität zuständig. Das läuft total partnerschaftlich, wir brauchen uns beide einander. Es gibt da ein Beispiel eines Drei-Sterne-Kochs, der sagt, wenn er nicht da ist, macht er das Lokal zu. Ein anderer Koch war bei ihm sechs Jahre lang Souschef, hat sich dann selbstständig gemacht und ebenfalls drei Sterne erkocht. Ich weiß nicht, aber vermutlich hätte der ­seinen Chef auch vertreten können. Aber jeder geht da seinen eigenen Weg wie er es für richtig hält, das ist auch in Ordnung so.

Wie stolz sind Sie auf den zweiten Stern?

Der war unser Ziel, also kann ich nicht sagen, dass ich überrascht worden bin. Aber als ich bei der Verleihung in Berlin war, habe ich schon eine Stunde gebraucht, bis ich realisiert habe, was wir geleistet haben. Doch, ich bin schon sehr stolz, und es macht mich glücklich. Wir haben eine 150 Jahre alte Geschichte in unserem Haus, und wir haben den zweiten Stern geholt, das kann mir niemand mehr nehmen.

Der zweite Stern strahlt auch auf Ihre Show aus, das Publikum weiß nun noch besser, dass da jemand steht, der etwas von seinem Job versteht. Was erwartet uns denn?

Das Programm ist eigentlich in zwei Teile untergliedert. Zum einen koche ich auf der Bühne, und ich verspreche: Das macht jeden Hobbykoch noch besser. Ich verrate, wie man ein Stück Fleisch perfekt rosa brät oder Fleischpflanzerl (Fleischküchle) perfekt zubereitet. Und danach kann das jeder!

Der TV-Koch beherrscht sein Handwerk

Wirklich? 

Ja! Nach einer meiner Shows kam einmal eine Zuschauerin zu mir und hat mir berichtet, dass ihr Mann am Tag nach der Show ein Angus-Rinderfilet gekauft habe und dies dann zubereitet habe. Es ist perfekt geworden. Und wissen Sie was? Ihr Mann ist 83 Jahre alt. Ich sage immer: Hinterher ist der Mann für immer und ewig der Held.

Und der zweite Teil der Show?

Der besteht aus Geschichten aus meinem Leben. Und die sind unterhaltsam, glauben Sie mir.

Bleibt noch die Frage, warum es Sie zu all den Aufgaben auch noch auf die Bühne zieht?

So ein Auftritt vor Publikum ist einfach ein einmaliger Moment in einem Leben. Natürlich ist es auch Arbeit, aber ich genieße diesen Moment einfach.

Und wo ist der Unterschied zu Ihrem Job beim Fernsehen?

Fernsehen ist anders. „The Taste“ drehen wir im Mai und Juni, die Ausstrahlung ist im Herbst. Das ist dann wie ein großartiger Moment mit Schalldämpfer. Auf der Bühne kriegt man die Stimmung ungefiltert.

Vita

Geboren ist Alexander Herrmann am 7. Juni 1971 in fränkischen Kulmbach, seine Familie führt in Wirsberg das Hotel Post, das seit 1869 im Besitz der Familie ist. Als er neun Jahre alt war, verlor er beide Eltern durch einen Autounfall, Onkel und Tante führten den Betrieb weiter. Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.

Karriere

Nach seiner Prüfung zum Küchenmeister (Jahrgangsbester) stieg Alexander Herrmann 1995 in der Firma ein, seit 1997 ist er im TV zu sehen – als Moderator der „­Küchenschlacht“ (ZDF), bei „Kerners Köche“ (ZDF) oder als Juror bei „The Taste“ (Sat 1). Zudem trat er bei „Kitchen Impossible“ (Vox) als Gegner von Tim Mälzer auf.

Weiteres

Herrmann ist ein Tausendsassa. Er tourt durchs Fernsehen, für sein Restaurant Alexander Herrmann by Tobias Bätz hat er einen zweiten Michelin-Stern erhalten, er schreibt Kochbücher, vertreibt sogar seine eigene Kochtopf-Linie – und geht auch noch mit einer Liveshow auf die Bühne. Am Samstag, 6. April, gastiert Alexander Herrmann in der Stuttgarter Liederhalle.

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