Lazaros Maragos vom Retsinadiko

Lazaros Maragos vom Retsinadiko (c) Leonie Schüler

Kulinarische Heimat: In einer Serie stellen wir Gastronomen und ihre Landesküchen vor. Heute geht es um das Retsinadiko in Feuerbach.

Griechische Klassiker sind seit jeher Gyros, Tzatziki und Pommes. „Das hat sich in den vergangenen Jahren wirklich geändert“, sagt Lazaros Maragos, der mit seinem Sohn Charalambos die Taverne Retsinadiko betreibt. „Früher wollten die Leute wirklich nur Gyros mit Kartoffeln essen. Mittlerweile reisen viele unserer Besucher selbst nach Griechenland und sehen dort, dass sehr vielfältig gekocht wird.“

Griechische Spezialitäten sind auch das einzige, was im Retsinadiko in Stuttgart- Feuerbach auf der Karte stehen. Das Schnitzel mit Pommes, das viele andere Wirte zusätzlich führen, sucht der Gast hier vergebens. Dennoch bieten die griechische Küche im Allgemeinen und das Retsinadiko im Besonderen genug Abwechslung, um jeden Geschmack zu bedienen.

„Wir kochen wie in einer klassischen Taverne in Griechenland“, sagt Charalambos Maragos. „Es gibt nicht viel Schnickschnack, wir verkünsteln uns nicht. Es ist bodenständige, leckere Küche. Wir bringen eben ein Stück Heimat in die Heimat.“ Im Retsinadiko wird zudem immer noch traditionell auf Holzkohle gegrillt. Das gibt den Speisen einen ganz besonderen für Griechenland typischen Geschmack. Dienstags gibt es beispielsweise Fisch in der urigen Taverne. „Vom Holzkohlegrill ist das schon eine besondere Sache.“

Mittwochs stand im Retsinadiko jahrelang Gyros auf der Speisekarte. „Den Gyros-Tag gibt es bei uns nicht mehr“, sagt Charalambos Maragos. „Dafür bieten wir jetzt Meze an.“ Meze steht nicht nur für Vorspeise, sondern auch für Geselligkeit. Die kleinen Portionen, ähnlich wie sie spanischen Tapas bieten viel Abwechslung. „Jeder bestellt was ihm schmeckt, aber am Ende landet alles auf dem Tisch und es wird wild durchprobiert“, sagt Lazaros Maragos. Beim Meze-Mittwoch können auch die beiden Köche ihrer Fantasie freien Lauf lassen. „Wir wechseln die Meze auf der Speisekarte regelmäßig“, sagt Charalambos. „Wenn etwas gut ankommt, bleibt es, es gibt aber auch immer wieder Neues. Die Leute sollen ja probieren“, betont er. „Wir machen das auch so, wenn wir in Griechenland sind.“

Die Reisen in die alte Heimat sind für die Familie eine Gelegenheit, um auszuspannen. „Wir bedienen das ganze Jahr in unserem eigenen Restaurant. Es ist schön, sich auch mal um nichts kümmern zu müssen“, erläutert Charalambos Maragos. „Natürlich nehmen wir von dort auch Ideen mit nach Hause“, sagt er. Touristen sollten in Griechenland unbedingt Fisch probieren, rät Lazaros Maragos. „Auch die Klassiker wie Gyros, Souvlaki und Moussaka sind definitiv einen Blick wert. Sie dort zu essen, ist wieder etwas anderes.“ In Deutschland sind die beiden Griechen aber kulinarisch auf Abwegen. „Ich liebe italienisches Essen“, gibt Vater Lazaros zu. „Wir haben den ganzen Tag griechische Speisen um uns und den Geruch in der Nase. Etwas Abwechslung muss da schon sein“, ergänzt der Sohn Charalambos. Er ist vor allem Fan der schwäbischen Küche. „Ein Zwiebelrostbraten mit Spätzle und dunkler Bratensoße. Was gibt es besseres“, schwärmt er.

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